ein highlight „meiner“ leipziger buchmesse, das ich nicht unbeschrieben lassen möchte, war zweifellos die lesung mit martin walser am letzten samstag. walser war unverschämt gut, sprachlich gewandt und klar, analytisch und gleichzeitig gewinnend (um so übler nehme ich ihm aber seine bewusst „schwammig“ und provokationsreiche „ausschwitzkeule“-rede bei der friedenspreisverleihung).
nach der lesung (die wirklich lust auf das buch machte) bemühte sich der (sehr junge) rowohlt-lektor nach kräften, herrn walser sinnige fragen zu stellen, die dieser je nach laune beantwortete oder einfach nur durchwinkte, nicht ohne gönnerhaft ab und an den arm des jungen mannes zu tätscheln.
walsers roman behandelt ja die liebe des greisen goethe zur 19-jährigen ulrike, eine unmögliche, eine unglückliche liebe (der wir u. a. die „marienbader elegie“ zu verdanken haben), die natürlich gesellschaftlich schon alleine wegen des großen altersunterschiedes (goethe war über 70) unschicklich war.
walser sagte nun an diesem abend über das buch, goethe, die liebe, das leben, das schreiben:
„die legitimation des schreibens liegt gerade darin, dass wir nichts über ulrike wissen, und dennoch musste ich sie so schreiben, dass sie das leiden in goethe bewirken konnte, dass goethe seinen bedürfnissen nachgehen musste, egal ob sie rechtens waren oder nicht. goethe ist eben nicht der dichterfürst, sondern ein leidender, ein zutiefst verunsicherter mensch.“ auf die frage, ob es dann nicht „der leidende mann“ hätte heißen können, erwiderte walser mit einem schmunzeln, das wäre ihm „zu direkt“ gewesen. es ginge ihm hauptsächlich um die liebe, wobei der gewaltige altersunterschied eine „fabelhafte verschärfung“ darstelle.
man könne auch „mit einem schmerz nicht fertig werden, aber ihn schöner machen“, „strategien entwickeln, um das leiden zu dämpfen“, zum beispiel „schreiben und lesen“: walser sagt: „da habe ich ihm (goethe) etwas von mir mitgegeben.“
und über den roman an sich: „ein mensch allein kann keinen roman schreiben, die ganze welt muss helfen.“
und er hat viel verständnis für goethe, der sich im beisein von ulrike zum teil lächerlich macht, beinahe pubertär wirkt: „wehe dem, der die pubertät in sich abtötet und meint, er sei reif. es gibt nichts wichtigeres als unreif zu bleiben.“
ein schöner "satz des tages", *sagt die bienenkönigin und verabschiedet sich in die nacht*
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Mittwoch, 19. März 2008
Montag, 17. März 2008
leipziger buchmesse
ja, dort war ich. ganze vier kurze, lange, wundervolle, anstrengende tage.
am letzten tag schoben sich erwartungsgemäß gefühlte zweihunderttausend besucher durch die hallen, darunter viele unverschämt langsam schlendernde, spazierengehende nichtfachbesucher (du, hällmuud, isch gloobe, die froau will hür dursch! gannsde ämol blatz mochen?!) und manga-helden-verkleidete kinder mit viel mut zu gewagten outfits, die viel weißen kinderbabyspeck zeigten. insofern hin- und hergerissen zwischen faszination und - sagen wir mal - ekel, mordlust (nichtfachbesucher! schlenderer! spaziergänger! messegängeverstopfer!) und begeisterung (wahnsinn, so viele nichtfachbesucher und büchermessenschlenderer!), erschöpfung und tatendrang.
natürlich haben alle bücherfachmenschen auf der messe nach vier tagen geschundene füße und leiber, ausschließlich nur noch „happy hour“-termine in ihrem kalender (anekdote aus frankfurt: ein russischer fachbesucher fragt nach der „gabbi-gauer“), veranstalten also kollektive sekt- und asbach uralt-besäufnisse, beschweren sich über den bücherklau und tragen selbst tütenweise bücher von anderen ständen ab („das verramscht ihr doch eh!“).
abends um sechs am sonntag wurde abgeklatscht, aber da saß ich schon im zug nach hause, völlig nüchtern (!), voller vorfreude und stiller sehnsucht nach dem trauten heim mit kindelein und ehegatten.
wer noch mehr lesen und hören und sehen will von der messe, dem sei empfohlen:
messen-mayer und die zdf-mediathek.
am letzten tag schoben sich erwartungsgemäß gefühlte zweihunderttausend besucher durch die hallen, darunter viele unverschämt langsam schlendernde, spazierengehende nichtfachbesucher (du, hällmuud, isch gloobe, die froau will hür dursch! gannsde ämol blatz mochen?!) und manga-helden-verkleidete kinder mit viel mut zu gewagten outfits, die viel weißen kinderbabyspeck zeigten. insofern hin- und hergerissen zwischen faszination und - sagen wir mal - ekel, mordlust (nichtfachbesucher! schlenderer! spaziergänger! messegängeverstopfer!) und begeisterung (wahnsinn, so viele nichtfachbesucher und büchermessenschlenderer!), erschöpfung und tatendrang.
natürlich haben alle bücherfachmenschen auf der messe nach vier tagen geschundene füße und leiber, ausschließlich nur noch „happy hour“-termine in ihrem kalender (anekdote aus frankfurt: ein russischer fachbesucher fragt nach der „gabbi-gauer“), veranstalten also kollektive sekt- und asbach uralt-besäufnisse, beschweren sich über den bücherklau und tragen selbst tütenweise bücher von anderen ständen ab („das verramscht ihr doch eh!“).
abends um sechs am sonntag wurde abgeklatscht, aber da saß ich schon im zug nach hause, völlig nüchtern (!), voller vorfreude und stiller sehnsucht nach dem trauten heim mit kindelein und ehegatten.
wer noch mehr lesen und hören und sehen will von der messe, dem sei empfohlen:
messen-mayer und die zdf-mediathek.
Montag, 5. November 2007
schöpfung
immer wieder interessant, wie man sich am sonntag in einen arbeitsrausch hineinsteigern kann, am sonntag wohlgemerkt, an dem tag, an dem ja eigentlich alle arbeit zu ruhen hat.
tröstlich der gedanke, dass es auslegungssache ist, an welchem tag gott ruhte: war es ein freitag? ein samstag? ein sonntag? oder gar ein dienstag? schwer zu glauben, dass sich gott mit solchen lappalien aufgehalten hat. erst erschuf gott die erde, dann den menschen. zu welchem zweck? damit der mensch das fernsehen, die nuklearwaffen und die wochentage erschaffen konnte. um sich selbst zu quälen.
naja.
der bienenstock war heute mit ganz prosaischen dingen beschäftigt: terrasse aufräumen und winterfest machen, heidekraut einpflanzen, fenster putzen, staubsaugen, wäsche waschen. außerdem wurden den beiden männlichen bewohnern des bienenstocks die haare geschnitten und das bienenkindlein anschließend gebadet. (baden ist ja eine feine sache, wenn nur nicht das lästige haarewaschen wäre, meint das kindlein und tut das auf brüllende weise kund.)
nach solch einem anstrengenden tag müssen wir uns nun dringend einen ruhetag gönnen.
oder fernsehen, bis der arzt kommt. heute (im fernsehen!) ein erhellendes interview mit dem regisseur hans weingärtner gesehen, der sich für seinen neuen film vier monate lang dem fernsehtrash hingegeben hat (der arme mensch!) und wissenschaftliche studien zum medium fernsehen gelesen hat. fazit: das fernsehen schaltet beim zuschauer irgendwann den frontallappen des gehirns aus.
mein frontallappen soll funktionstüchtig bleiben. also bleibe ich lieber beim lesen.
lesebefehl der woche: "der schatten des windes".
nun aber ab ins bett mit dem neuen buch von john von düffel ("beste jahre").
tröstlich der gedanke, dass es auslegungssache ist, an welchem tag gott ruhte: war es ein freitag? ein samstag? ein sonntag? oder gar ein dienstag? schwer zu glauben, dass sich gott mit solchen lappalien aufgehalten hat. erst erschuf gott die erde, dann den menschen. zu welchem zweck? damit der mensch das fernsehen, die nuklearwaffen und die wochentage erschaffen konnte. um sich selbst zu quälen.
naja.
der bienenstock war heute mit ganz prosaischen dingen beschäftigt: terrasse aufräumen und winterfest machen, heidekraut einpflanzen, fenster putzen, staubsaugen, wäsche waschen. außerdem wurden den beiden männlichen bewohnern des bienenstocks die haare geschnitten und das bienenkindlein anschließend gebadet. (baden ist ja eine feine sache, wenn nur nicht das lästige haarewaschen wäre, meint das kindlein und tut das auf brüllende weise kund.)
nach solch einem anstrengenden tag müssen wir uns nun dringend einen ruhetag gönnen.
oder fernsehen, bis der arzt kommt. heute (im fernsehen!) ein erhellendes interview mit dem regisseur hans weingärtner gesehen, der sich für seinen neuen film vier monate lang dem fernsehtrash hingegeben hat (der arme mensch!) und wissenschaftliche studien zum medium fernsehen gelesen hat. fazit: das fernsehen schaltet beim zuschauer irgendwann den frontallappen des gehirns aus.
mein frontallappen soll funktionstüchtig bleiben. also bleibe ich lieber beim lesen.
lesebefehl der woche: "der schatten des windes".
nun aber ab ins bett mit dem neuen buch von john von düffel ("beste jahre").
Sonntag, 14. Oktober 2007
alles gut
ein sonniger, goldener bücherherbst ist/war das, wie schön.
habe in den letzten vier tagen viele bücher, zu viele bücher gesehen, viele hände geschüttelt, viele kluge, witzige, gute gespräche geführt, viel neues erfahren, viele menschen kennengelernt und einige, richtiger: eine davon, gleich in mein herz geschlossen. ich bin durch messehallen gelaufen, durch den stadtpark von mannheim (und sonne wärmte mir das herz) und noch vor zwölf stunden über den philosophenweg in heidelberg, habe auf den neckar und das heidelberger schloss geschaut ("lange lieb ich dich schon, möchte dich, mir zur lust, mutter nennen..."), saß fünf stunden im zug, und voilá: hier bin ich wieder.
nicht mehr ganz frisch, nicht mehr ganz munter, aber glücklich.
auch, weil ich wieder bei meinen beiden jungs bin und dadurch irgendwie bei mir selbst.
und jetzt weiß ich auch: alles wird gut.
*die bienenkönigin zieht galant die linke augenbraue hoch und verschwindet mit einem lässigen peace-zeichen ins bett*
habe in den letzten vier tagen viele bücher, zu viele bücher gesehen, viele hände geschüttelt, viele kluge, witzige, gute gespräche geführt, viel neues erfahren, viele menschen kennengelernt und einige, richtiger: eine davon, gleich in mein herz geschlossen. ich bin durch messehallen gelaufen, durch den stadtpark von mannheim (und sonne wärmte mir das herz) und noch vor zwölf stunden über den philosophenweg in heidelberg, habe auf den neckar und das heidelberger schloss geschaut ("lange lieb ich dich schon, möchte dich, mir zur lust, mutter nennen..."), saß fünf stunden im zug, und voilá: hier bin ich wieder.
nicht mehr ganz frisch, nicht mehr ganz munter, aber glücklich.
auch, weil ich wieder bei meinen beiden jungs bin und dadurch irgendwie bei mir selbst.
und jetzt weiß ich auch: alles wird gut.
*die bienenkönigin zieht galant die linke augenbraue hoch und verschwindet mit einem lässigen peace-zeichen ins bett*
Dienstag, 2. Oktober 2007
mangel an information
"raus aus den federn! und nicht die warmen schühchen vergessen! es ist sauuukalt da draußen! es ist jeden tag saukalt! aber wo sind wir denn auch? miami beach? wohl kaum! ..."
heute wäre garantiert kein schöner "und täglich grüßt das murmeltier"-tag. und das nicht nur wegen des wetters: ich habe heute fünf (sic!) neue aufträge bekommen, von denen einer bereits bis freitag nächster woche erledigt sein muss, das heißt bis mittwoch abend, denn am donnerstag sitze ich ja schon im zug (der sonne entgegen *insider*). die bügelwäsche stapelt sich bis unters dach. ich kämpfe noch mit dem nachwehen einer erkältung. beim abholen des kindchens wurde ich heute mit der mitteilung erfreut, dass sowohl windpocken (na gut, dagegen ist der kleine geimpft) als auch der sog. "hand-fuß-mund"-virus (ja, den gibts wirklich!) umgeht und unser kleiner bereits erste pustelchen an den beinchen hat. nun könnte es a) eine abgeschwächte form der windpocken sein oder b) dieser sog. "hand-fuß-mund"-virus oder c), was am besten wäre, einfach nur wieder gestresste haut. fiebermessen heute abend ergab beruhigende 37,0 - das kann auch vom schnupfen sein, den das kindchen seit einiger zeit hat.
lassen wir uns also überraschen. wobei die aussicht, in DIESER woche ein krankes kind zu hause zu pflegen, in mir eine leichte panik auslöst.
wie war das gleich: "optimismus ist mangel an information."
wer hat das eigentlich gesagt? und wann?
egal, ich ÜBE mich in gelassenheit, lasse mich jetzt nach dem genuss einer aktren 400 forte ins bett plumpsen und vertiefe mich in die "deathly hallows" (nachdem ich in den letzten wochen alle sechs bände noch einmal verschlungen habe, konnte ich wieder mal nicht bis zum erscheinen der deutschen ausgabe warten).
heute wäre garantiert kein schöner "und täglich grüßt das murmeltier"-tag. und das nicht nur wegen des wetters: ich habe heute fünf (sic!) neue aufträge bekommen, von denen einer bereits bis freitag nächster woche erledigt sein muss, das heißt bis mittwoch abend, denn am donnerstag sitze ich ja schon im zug (der sonne entgegen *insider*). die bügelwäsche stapelt sich bis unters dach. ich kämpfe noch mit dem nachwehen einer erkältung. beim abholen des kindchens wurde ich heute mit der mitteilung erfreut, dass sowohl windpocken (na gut, dagegen ist der kleine geimpft) als auch der sog. "hand-fuß-mund"-virus (ja, den gibts wirklich!) umgeht und unser kleiner bereits erste pustelchen an den beinchen hat. nun könnte es a) eine abgeschwächte form der windpocken sein oder b) dieser sog. "hand-fuß-mund"-virus oder c), was am besten wäre, einfach nur wieder gestresste haut. fiebermessen heute abend ergab beruhigende 37,0 - das kann auch vom schnupfen sein, den das kindchen seit einiger zeit hat.
lassen wir uns also überraschen. wobei die aussicht, in DIESER woche ein krankes kind zu hause zu pflegen, in mir eine leichte panik auslöst.
wie war das gleich: "optimismus ist mangel an information."
wer hat das eigentlich gesagt? und wann?
egal, ich ÜBE mich in gelassenheit, lasse mich jetzt nach dem genuss einer aktren 400 forte ins bett plumpsen und vertiefe mich in die "deathly hallows" (nachdem ich in den letzten wochen alle sechs bände noch einmal verschlungen habe, konnte ich wieder mal nicht bis zum erscheinen der deutschen ausgabe warten).
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Mittwoch, 11. Juli 2007
große entscheidungen
gestern abend mit dem gatten um die antwort auf eine große frage gerungen:
welche bücher kommen mit in den urlaub?
nach einigem hin und her haben wir uns nun geeinigt:
- zwei bücher von charles lewinsky: melnitz und johannistag
- klaus schafmeister: höllenfahrt
- sybille bedford: ein trügerischer sommer [nomen est omen?! anm. d. bienenk.]
- carlos ruiz zafón: der schatten des windes
viele andere bücher müssen hier bleiben, immerhin haben wir dieses mal nicht zwei wochen freie lesezeit, sondern ein zweijähriges kindlein "im gepäck" (für das im übrigen auch urlaubslektüre bestellt wurde - natürlich auch, um ggf. quengeleien während der bahnfahrt vorzubeugen).
ich freue mich so sehr auf diesen urlaub.
und ab samstag soll ja auch endlich das wetter richtig schön werden.
welche bücher kommen mit in den urlaub?
nach einigem hin und her haben wir uns nun geeinigt:
- zwei bücher von charles lewinsky: melnitz und johannistag
- klaus schafmeister: höllenfahrt
- sybille bedford: ein trügerischer sommer [nomen est omen?! anm. d. bienenk.]
- carlos ruiz zafón: der schatten des windes
viele andere bücher müssen hier bleiben, immerhin haben wir dieses mal nicht zwei wochen freie lesezeit, sondern ein zweijähriges kindlein "im gepäck" (für das im übrigen auch urlaubslektüre bestellt wurde - natürlich auch, um ggf. quengeleien während der bahnfahrt vorzubeugen).
ich freue mich so sehr auf diesen urlaub.
und ab samstag soll ja auch endlich das wetter richtig schön werden.
Montag, 25. Juni 2007
rädchen oder nicht
"Vielleicht kommt der Mensch manchmal an eine Kreuzung, und ob er nach links geht, oder nach rechts geht, oder geradeaus weiter, das entscheidet sein ganzes Leben. [...] Vielleicht auch, dass man die Kreuzung gar nicht sehen kann, und dass man nicht weiß, wenn man dort ist, man geht eben. Aber bestimmt gibt es auch Kreuzungen, die man sieht und bei denen gewiss ist, dass man sich entscheiden muss. So und so, es gibt beides, und was da wirklich war, das sieht man erst viel später. Und manches wohl nie. Und man muss trotzdem immer weitergehen, immer dorthin, wo nichts gewiss ist, oder fast nichts, und muss glauben, dass erreichbar ist, was einem gerade noch als unerreichbar vorkommt, und noch mehr. [...] Denn wir sind immer in Bewegung, also muss man ein Antrieb sein, es muss eine Kraft wirken. und wer nicht Antrieb ist, und wer nicht wirken will, und wer nicht wissen will, der bleibt immer Getriebener. Der bleibt immer ein Rädchen, und dreht sich, und dreht sich [...] und kann nichts ändern."
Rummelplatz
Rummelplatz
Sonntag, 22. April 2007
bücher-biene
das hier ist zwar kein buch-blog, aber als verlagstante resp. -tussi und aus gegebenem anlass möchte ich doch mal den geneigten leser einen blick auf meinen bücher-nachttisch werfen lassen.
da tummeln sich derzeit Alles umsonst
von kempowski, der - wie immer - in einem sehr lakonischem stil schreibt, an den ich mich - wie immer - erst gewöhnen muss. ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist, dass auf den ersten 159 seiten eigentlich nichts passiert. aber die (irgendwann handelnden) personen sind detailverliebt-schrullig gezeichnet, und der roman ist letztlich ein großer wehmütig-ironischer abgesang auf eine vergangene epoche und ein untergegangenes land (ostpreußen).
gemäß dem motto "auf die mischung kommt es an", lese ich derzeit parallel Kinder fordern uns heraus. Wie erziehen wir sie zeitgemäß?
, ein zugegebenermaßen schon etwas in die jahre gekommenes standardwerk, aber immer noch gut und schlüssig geschrieben. gerade im umgang mit dem trotzigen bienenkindlein hilft mir abends oft ein blick in das buch, um mich zu bestärken in meinem verhalten dem bockigen kindchen gegenüber. die absolute (unzulässige) kurzfassung: handeln statt reden. einfluss statt macht. anregung statt druck. zur mitarbeit gewinnen statt forderungen stellen. logische folgen beachten statt bestrafen. ermutigen statt kritisieren. das kind selbst bestimmen lassen statt äußeren zwang ausüben. beraten statt beherrschen. wir tun es, weil es notwendig ist, statt: du tust es, weil ich es sage. auf die situation achten statt auf das eigene prestige. sachliche lösungen anstreben statt persönlich-emotional zu reagieren.
das alles ist (manchmal bis oft) schwierig, aber trotzdem machbar.
in der "warteschleife" liegen noch: Hectors Reise. oder die Suche nach dem Glück
und zwei bücher von stefan klein: das viel gepriesene Zeit. Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung
und Die Glücksformel. Oder Wie die guten Gefühle entstehen
, passend wiederum zu lelord, der hectors reise im untertitel ja "die suche nach dem glück" genannt hat. nunja.
als nächstes buch hat sich nun aber Köstliche Zeiten. Geschichten und Rezepte
von fallada vorgemogelt.
die bücherbienenblogberichterstattung folgt.
da tummeln sich derzeit Alles umsonst
gemäß dem motto "auf die mischung kommt es an", lese ich derzeit parallel Kinder fordern uns heraus. Wie erziehen wir sie zeitgemäß?
das alles ist (manchmal bis oft) schwierig, aber trotzdem machbar.
in der "warteschleife" liegen noch: Hectors Reise. oder die Suche nach dem Glück
als nächstes buch hat sich nun aber Köstliche Zeiten. Geschichten und Rezepte
die bücherbienenblogberichterstattung folgt.
Mittwoch, 21. März 2007
erbarmen
nun kann ich dieses jahr wieder nicht zum leipziger bücherfrühling, und ich bin doch trauriger darüber als ich möchte und dürfte. und überhaupt.
*die bienenkönigin haucht einen langen, schmerzvollen sehnsuchtsseufzer*
ich sitze gerade auf dem boden, sortiere die rechnungen der letzten zwei jahre, lasse mich dabei von bénabar (geheimtipp! kaufen!!) in rau-zärtlich-geheimnisvolle sphären ziehen (in einer eben gerade so erträglichen lautstärke) und werfe all den glücklichen büchermenschen, die morgen die leipziger messehallen stürmen, einen ringelnatz hinterher, jawohl:
bücher werden, wenn man will, lebendig.
über bücher kann man ganz befehlen.
und wer bücher kauft, der kauft sich seelen,
und die seelen können sich nicht wehren.
jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass sich einer von meinen kollegen erbarmt und mir den rummelplatz mitbringt.
*die bienenkönigin haucht einen langen, schmerzvollen sehnsuchtsseufzer*
ich sitze gerade auf dem boden, sortiere die rechnungen der letzten zwei jahre, lasse mich dabei von bénabar (geheimtipp! kaufen!!) in rau-zärtlich-geheimnisvolle sphären ziehen (in einer eben gerade so erträglichen lautstärke) und werfe all den glücklichen büchermenschen, die morgen die leipziger messehallen stürmen, einen ringelnatz hinterher, jawohl:
bücher werden, wenn man will, lebendig.
über bücher kann man ganz befehlen.
und wer bücher kauft, der kauft sich seelen,
und die seelen können sich nicht wehren.
jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass sich einer von meinen kollegen erbarmt und mir den rummelplatz mitbringt.
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