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Montag, 17. November 2008

ja, was war los hier?

zunächst einmal sind wir in der letzten zeit viel verreist. ganz wortwörtlich. mit dem zug.














und dann war es einfach mal an der zeit, die prioritäten des lebens neu zu ordnen.

das war auch so eine art reise.

ganz ehrlich: ich freue mich, dass ich das noch kann. dass die ganze kiste, genannt leben, noch nicht so eingefahren ist und man sich nicht nur einen spurwechsel traut, sondern eine richtige kurve nimmt. und letzten endes - das ist das gute: dass man das gefühl hat, die kurve richtig genommen zu haben. gerade noch so.

bevor man sich für tot hätte erklären müssen.

das gilt übrigens für beide erwachsenen bienenstock-bewohner.


um es mal mit peter fox zu sagen:

Ich jag meine Bude hoch, alles was ich hab lass ich los.
Mein altes Leben, schmeckt wie 'n labriger Toast.

Hey, alles glänzt, so schön neu.
Hey, wenn's dir nicht gefällt, mach neu.
Die Welt mit Staub bedeckt, doch ich will sehn wo's hingeht.
steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht.

Ich hab meine alten Sachen satt, und lass sie in 'nem Sack verrotten.
Motte die Klamotten ein, und dann geh ich nackt shoppen.
Ich bin komplett renoviert, Bräute haben was zu glotzen.
Kerngesund, durchtrainiert, Weltmeister im Schach und Boxen.
Nur noch konkret reden, gib mir ein ja oder nein.
Schluss mit Larifari, ich lass all die alten Faxen sein.
Sollt' ich je wieder kiffen, hau ich mir 'ne Axt ins Bein.
Ich will nie mehr Lügen, ich will jeden Satz auch so meinen.

Mir platzt der Kopf, alles muss ich verändern...

Dienstag, 14. Oktober 2008

MRR - ein schlusswort

höchstpersönlich vom besten cartoonisten aller zeiten,
träger des ahoi-polloi-cartoonpreises:

Donnerstag, 2. Oktober 2008

alternativen zu späteren gehhilfen und rollatoren

heute nach dem baden packe ich das kind in handtuch und bademantel und trage es eben schnell über den (bei uns ungeheizten, kalten - kann ja keiner bezahlen) flur in sein zimmer (noch geht das, der kleine mann wiegt 17 kilo).
sagt doch das kind, als es sich so richtig schön an mich rangekuschelt hat:

"mama, wenn ich mal groß bin, dann kann ich dich auch tragen."
*wegschmelz*

ich nehm dich beim wort.

und so könnte ich jeden tag einen wunderbaren allerliebsten bienenkindermund aufschreiben.

Donnerstag, 25. September 2008

elternabend

einmal im kiga-jahr ist elternabend.
einmal.
das ist wenig genug und sollte doch den meisten eltern rot und dick und groß im kalender stehen. so groß, dass kein vorbeikommen ist, dass man das ganze auf jeden fall irgendwie organisiert kriegt. hey, ich meine, sogar wir zwei abend- und nachtarbeitenden menschen haben es mithilfe von großmama, omi, nachbarn oder babysitter immer irgendwie geschafft, so dass wenigstens einer von uns hingehen konnte.
jeden morgen gibt man ja in diesem großen bunten haus nicht irgendwas ab, sondern das wertvollste, was man hat: sein kind.
es sollte grund genug sein.
sich hinzusetzen auf die kleinen stühlchen, wo tagsüber dein kind sitzt, lacht, spielt, malt, sich streitet, weint oder sich freut. sich anzuhören, was die erzieherinnen sich für den tagesablauf einfallen lassen, wo gefrühstückt wird, wer in welchem bettchen schläft. sich zu interessieren, zu fragen: wie geht es unseren kindern hier?
mich hat es doch sehr überrascht, verwundert, vielleicht sogar entsetzt, dass nun von unserer "stammgruppe" mit immerhin 20 kindern nur sechs (!!) mütter anwesend waren.
beim großen "come-together" davor (aller eltern) war es ein bisschen voller, aber angesichts der tatsache, dass über 100 kinder diese einrichtung besuchen, doch auch wieder mager.
die köchin des kigas (ja, wir haben hier so einen luxus) hatte den mut (für den ich dann auch applaudierte), die kuchen-und-süßigkeiten-mitbringerei der kinder zu kritisieren. wir haben wohl allein im september über 20 geburtstage im kiga, und IMMER bringen die kinder von zuhause einen kuchen oder süßkram mit in den kiga. ich habs bis jetzt nicht gewagt, was zu sagen, aber genervt hat es mich schon, wenn mein sohn mir was von "weißen mäusen" und "anuta" erzählte, die er gegessen hat, weil wieder laura, mia, sophie, lena, max, paul etc. geburtstag hatten. er kennt so einen kram nicht und er soll ihn auch nicht kennenlernen. ich will das einfach nicht.
als nun unsere kiga-köchin meinte, ein obstteller oder gemüseteller wäre auch mal ein schönes mitbringsel für den geburtstag, raunzt eine mutter zwei meter luftlinie von mir entfernt: "na, da würde ich aber von jannis was zu hören kriegen, wenn ich ihm am geburtstag nen obstteller mitgebe." ich konnte nur noch fassungslos gucken.
das ist die neue superpädagogik - wir begeben uns möglichst in keine konflikte mit unseren kindern. klasse.
wir lassen sie süßes fressen, bis sie diabetes und karies haben, ohne schuhe draußen herumlaufen, bis sie eine dicke erkältung haben, und überhaupt lassen wir sie alles tun, was sie wollen - hauptsache, wir müssen uns nicht mit ihnen auseinandersetzen.
es ist übrigens nicht die einzige mutter im kiga, bei der ich eine solche haltung kennenlernen konnte.
greift das um sich oder täusche ich mich da?

Mittwoch, 24. September 2008

immer noch malade

und natürlich gestern morgen prompt eine halbe stunde verschlafen.
bei der gelegenheit zum ersten mal wahrgenommen, dass es ja wirklich noch stockfinster ist um halb sieben.
guten morgen herbst.
durch die wohnung gehechtet, zeug zusammengesucht, taxizentrale angerufen, denn den bus hätte ich sowieso nicht mehr geschafft. fünf minuten vor dem abflug noch ein zettelchen für meine beiden jungs geschrieben und sogar die kiga-tasche gepackt, einfach aus einem mütterlichen trotz-liebe-gefühl heraus, wenn die mamas unter euch wissen, was ich meine.

im verlag mit matschbirne im meeting gesessen und dem weltkriegsfrontvokabular des senior-chefs zugehört: "da müssen wir jetzt losschlagen..."
es gibt dinge, die werden sich nicht mehr ändern. alle hören zu und eigentlich nicht, schauen aus dem fenster oder die wand an und denken sich ihren teil (oder eben nix.)
ich war froh, die kollegen wiederzusehen (naja, einige bestimmte kollegen), aber dann war ich auch froh, wieder wegfahren zu können und erstmal wieder mein kleines, trautes, einsames home-office aufzumachen.

hoffentlich dann ab morgen ohne matschbirne.

Donnerstag, 4. September 2008

nicht zu fassen

eine freiberuflich berufstätige freundin von mir und mutter einer tochter arbeitet für einige wochen hier in der stadt. die tochter, 4, ist fröhlich, unkompliziert, sehr selbstständig.
nun brauchte meine freundin hier eine betreuungsmöglichkeit für ihre tochter.
sie hatte sie gefunden, und zwar in "unserem" kindergarten, den ich ihr wärmstens ans herz gelegt hatte. sie fuhr hin, unterhielt sich mit der leiterin, war begeistert. die leiterin sagte: wir deichseln das. für ein paar wochen ist das kein problem.
vor ein paar tagen nun stellte sich heraus: es ist doch ein problem.
weil die stadt, mal wieder, einfach nein sagt. weil es keine ausnahmegenehmigungen geben darf. auch nicht für ein paar wochen.
ich kann das alles nicht fassen, und es ist - spezifisch hier, in unserer lieblichen stadt - nur die spitze des eisbergs einer politik, die zwischen den zeilen zu verstehen gibt: du bist mutter? schön. du bist mutter und willst so bald wie möglich wieder vollzeit arbeiten? ok, wir werden dir das leben zur hölle machen!
das mag jetzt sehr polemisch daherkommen. aber es ist so, wie es ist.

und dann was ganz anderes:
hat jemand heute madame palin, die möchtegern-vize von mccain, gesehen? ich weiß nicht, aber wie da die schwangere tochter samt freund UND noch das behinderte baby nach ihrer rede präsentiert wurden - das fühlte sich alles sehr falsch an, da wurde ungeborenes und geborenes junges leben so stark instrumentalisiert, dass es weh tut.
(hier übrigens ein sehr interessanter artikel dazu.)
aber vielleicht empfinde ich das nur so, weil ich europäerin und keine amerikanerin bin.
aber liegen die politischen, ästhetischen und ethischen maßstäbe mittlerweile wirklich soo weit auseinander?

Freitag, 15. August 2008

warme bäder

wir takten uns hier so langsam wieder ein, nach zwei wochen urlaub und schon wieder zwei wochen arbeit.
und seit drei tagen haben wir hier auch kein krippenkind mehr, sondern ein kindergartenkind.
wir haben mit dieser umstellung wohl genauso viel zu tun wie unser kind, das jedoch das ganze mit unglaublicher bravour und gelassenheit (jedenfalls bis jetzt) meistert.
das kind wird groß.
es ist so banal und doch so unfassbar.
passend dazu hat er - nach letzter messung - eben locker die ein-meter-marke überschritten.

aber ich wünsche mir nichts zurück, bitte nicht noch einmal die babyjahre, nein, ich finde es ganz wunderbar so, wie es ist.
und manchmal, wenn es keiner sieht und merkt, schaue ich mir das erste fotoalbum an, all diese mit viel liebe eingeklebten bildchen, nehme ein kleines bad in meiner wehmut und fühle mich sehr wohl dabei.

Freitag, 18. Juli 2008

es. ist. geschafft.
heute nachmittag um halb fünf bin ich mit dem bienenkind zur post und habe das letzte paket mit korrekturen auf den weg gebracht.
jetzt hab ich den schreibtisch leergefegt, putze, räume auf, sortiere, werfe viel weg und erhöhe den stapel malpapier fürs bienenkindlein mal locker um einen meter.
dabei trinke ich wein, viel wein, und tänzele zu musik von britisch-schottischen bands durchs zimmer.
das tut so gut.

hier ballert sich gerade der örtliche schützenverein selbst in die luft, zumindest hört es sich so an.
nein, ich spare mir jetzt den spruch, der irgendwie mit "auch kein verlust" endet.
nein, sowas sage ich nicht.
sowas denke ich nur.
ganz. tief. drin. in. mir. wo. das. böse. lauert.

Freitag, 23. Mai 2008

du weißt, wir denken heute ganz viel an dich. wir wünschen uns ganz viel für dich. und wir lieben dich.
genieße den tag mit viel sonne draußen und drinnen.
deine bienen(kindes)kinder


und dann fand ich ein gedicht wieder, was ich vor fast genau zwei jahren in diesem blog aufschrieb. und bin davon immer noch überzeugt, gerührt, ins mark getroffen. wie wahr.

lied mit zwei strophen

die eigenen kinder zu lieben
darf nicht abgelehnt werden.
auch dann nicht,
wenn da etwas lebt und heranwächst,
von dem man feststellt:
es war sehr anders gemeint!
die frage ist außerdem,
wie weit man da überhaupt
zu etwas berechtigt ist
über die verabreichung von vitaminen
und den ankauf von kleidung
hinaus.

die eigenen eltern zu lieben
darf nicht abgelehnt werden.
auch dann nicht,
wenn da etwas lebt und geld zählt,
von dem man feststellt:
ich habe damit nichts gemein!
die frage ist außerdem,
wie weit man überhaupt
zu etwas berechtigt ist
über das abverlangen von geld
und die kleinen lügen im detail.

christine nöstlinger
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