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Freitag, 29. August 2008

schlimmer finger




















wir sind wieder da.

das kindelein redet mittlerweile ununterbrochen.
gesehenes. erlebtes. erfundenes. erdichtetes. alles auf einmal und wild durcheinander. von der laube in großmamas garten über krokodile und dinosaurier, die vor der tür stehen und darauf warten, leute zu fressen ("aber wir haben ja die türen abgeschlossen, mama??!!"), bis hin zu den bauarbeitern, denen er beim hausbauen helfen durfte.
na klar doch.

und heute, ja heute durfte ich nach langer zeit mal wieder am eigenen leib spüren, dass die welt ein schmerz ist. unerträglich. richtig unerträglicher, fieser schmerz.

stichwörter: wespe + finger.












der gatte fragt alle fünf minuten, ob er nicht doch den notarzt holen oder mich gleich ins krankenhaus fahren soll.
aber tippen kann ich ja schon wieder, und heiter bin ich auch.
so wie ich es mir überhaupt angewöhnt habe, allen zumutungen, demütigungen und nackenschlägen des lebens, wespenstichen sowieso, mit heiterkeit zu begegnen.

jetzt noch eine flasche wein aufmachen.
naja, doch besser aufmachen lassen.

wo war nochmal der eisbeutel?

Montag, 31. März 2008

la dolce vita

sonntag: da war eine ahnung vom sommer.
den ganzen tag draußen sein, dem kind beim buddeln, pflastersteine bemalen, bobbycar-fahren zusehen, ab und zu auf dem liegestuhl die augen schließen, lesen (im moment bin ich ganz in der tintenwelt verschwunden), die unerledigten dinge weit weg schieben und sich nicht unwohl dabei fühlen, die natur rundherum genießen.

und ich musste auch daran denken, wie das bienenkindlein vor einem jahr seine kindergeburtstagsgartenparty bei unverhofften 26 grad (glaube ich) feiern durfte.
und nun ist er schon bald "dei aaahre alt" (so wird das jedenfalls vom kindchen stolz verkündet).
wahnsinn.

Freitag, 8. Februar 2008

unheimlich schön

ich habe mich doch noch beherrschen können, meinen gesunden menschenverstand eingeschaltet und bin NICHT mit dem kind zum arzt, obwohl sich das fieber am tag darauf noch einmal bis 39,0 hochschraubte. aber dann hat sich das kindlein, wie sollte es auch anders sein, gesund geschlafen (und gegessen, möchte man meinen, wenn man die mengen sieht, die er so vertilgt), und alles ist wieder gut.
seit gestern also für den gesamten bienenstock wieder alltag mit arbeit und krippe.

seit ein paar tagen blühen die krokusse im garten. gerade scheint die sonne, draußen weht frühlingsluft, die vögel zwitschern um die wette. so schön und doch so unheimlich.
die erlebnis-fahrradtour (stichwort: enten füttern) am wochenende ist schon fest eingeplant.

am dienstag will übrigens endlich ein techniker kommen und sich meines rechners annehmen. bis dahin muss mein geliebter laptop mich über wasser halten. aber eine stimme in mir schreit verzweifelt: ich will meine festplatte wieder!!!

Montag, 5. November 2007

schöpfung

immer wieder interessant, wie man sich am sonntag in einen arbeitsrausch hineinsteigern kann, am sonntag wohlgemerkt, an dem tag, an dem ja eigentlich alle arbeit zu ruhen hat.
tröstlich der gedanke, dass es auslegungssache ist, an welchem tag gott ruhte: war es ein freitag? ein samstag? ein sonntag? oder gar ein dienstag? schwer zu glauben, dass sich gott mit solchen lappalien aufgehalten hat. erst erschuf gott die erde, dann den menschen. zu welchem zweck? damit der mensch das fernsehen, die nuklearwaffen und die wochentage erschaffen konnte. um sich selbst zu quälen.
naja.
der bienenstock war heute mit ganz prosaischen dingen beschäftigt: terrasse aufräumen und winterfest machen, heidekraut einpflanzen, fenster putzen, staubsaugen, wäsche waschen. außerdem wurden den beiden männlichen bewohnern des bienenstocks die haare geschnitten und das bienenkindlein anschließend gebadet. (baden ist ja eine feine sache, wenn nur nicht das lästige haarewaschen wäre, meint das kindlein und tut das auf brüllende weise kund.)

nach solch einem anstrengenden tag müssen wir uns nun dringend einen ruhetag gönnen.
oder fernsehen, bis der arzt kommt. heute (im fernsehen!) ein erhellendes interview mit dem regisseur hans weingärtner gesehen, der sich für seinen neuen film vier monate lang dem fernsehtrash hingegeben hat (der arme mensch!) und wissenschaftliche studien zum medium fernsehen gelesen hat. fazit: das fernsehen schaltet beim zuschauer irgendwann den frontallappen des gehirns aus.

mein frontallappen soll funktionstüchtig bleiben. also bleibe ich lieber beim lesen.
lesebefehl der woche: "der schatten des windes".
nun aber ab ins bett mit dem neuen buch von john von düffel ("beste jahre").

Montag, 22. Oktober 2007

kalte fingerchen

nach gut dreistündiger bahnfahrt seit dem nachmittag wieder zuhause. das kindchen mit würstchen versorgt, ins bett gelegt und schlaf nachholen lassen. schließlich noch allein in die stadt geradelt, klamotten anprobiert und gekauft (hatte ich am freitag zurücklegen lassen, in der vagen hoffnung, am montag mehr zeit zu haben; wie trügerisch), wieder nach hause, geduscht, haare gewaschen, eine hoste gebügelt, ein hemdchen gebügelt, schminkzeug in die tasche gestopft, beinahe die einladung vergessen, beinahe das handy vergessen, beinahe alles vergessen (außer dem schminkzeug), wieder aufs rad, zum bahnhof, geradeso den zug erwischt, zur buchpräsentation (lektorat: ich; layout: ich; stolz! tolles buch!!:-)) um 18 uhr.
nun sitze ich hier, noch im frisch gebügelten buchpräsentationshosenanzug, fühle mich seltsam unvollkommen und sehr erschöpft. morgen früh muss ich schon wieder los, produktionsmeeting, wer legt diese termine, frage ich mich, während ich mit kalten fingerchen meine projektliste zu ende tippe. habe bestimmt ein drittel vergessen, aber wen schert das schon. der rest wird dann eben mündlich erzählt und ganz antiquiert per hand nachgetragen.
da sind wir doch nicht so, nein.

jetzt aber schnell diese blöde liste ausdrucken und ab ins bett.

wäre doch nur schon mittwoch.

edit 28.10.: ein treuer leser machte mich darauf aufmerksam, dass er nicht weiß, wie "eine hoste bügeln" aussehen soll. ich meinte natürlich die hose und nicht die hostie, aber man weiß ja nie, worauf manche leute so kommen, darum jetzt doch die klarstellung und berichtigung.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

auf zur omma!

wir gehen schon wieder auf reisen. diesmal verreist der gesamte bienenstock, und zwar für vier tage zur "omma" und zum "uu-oppa".
wir freuen uns sehr.
kaum zu glauben, was man für einen zweijährigen alles einpacken muss: schlafsack, kuschelkissen, stofftiere (bloß keins vergessen!), bilderbücher en masse, spielkrams (im moment sind puzzles der letzte schrei), ganz zu schweigen von den tonnen an wechselwäsche, da sich kleine jungs ja mit vorliebe dreimal täglich so dreckig machen, dass sie nicht mehr öffentlichkeits-kompatibel sind.

es soll gestreikt werden, aber wir hoffen einfach mal, dass die fernverkehrszüge alle mehr oder weniger pünktlich fahren.

Sonntag, 14. Oktober 2007

alles gut

ein sonniger, goldener bücherherbst ist/war das, wie schön.
habe in den letzten vier tagen viele bücher, zu viele bücher gesehen, viele hände geschüttelt, viele kluge, witzige, gute gespräche geführt, viel neues erfahren, viele menschen kennengelernt und einige, richtiger: eine davon, gleich in mein herz geschlossen. ich bin durch messehallen gelaufen, durch den stadtpark von mannheim (und sonne wärmte mir das herz) und noch vor zwölf stunden über den philosophenweg in heidelberg, habe auf den neckar und das heidelberger schloss geschaut ("lange lieb ich dich schon, möchte dich, mir zur lust, mutter nennen..."), saß fünf stunden im zug, und voilá: hier bin ich wieder.
nicht mehr ganz frisch, nicht mehr ganz munter, aber glücklich.
auch, weil ich wieder bei meinen beiden jungs bin und dadurch irgendwie bei mir selbst.

und jetzt weiß ich auch: alles wird gut.

*die bienenkönigin zieht galant die linke augenbraue hoch und verschwindet mit einem lässigen peace-zeichen ins bett*

Montag, 8. Oktober 2007

asselmus

und nun also doch:
habe heute morgen schicksalsergeben von der ärztin zur kenntnis genommen, dass das kindchen mund-hand-fuß-virus hat.
der kleine wird nun die nächsten tage zuhause betüttelt, bekommt seine quarkspeise ("dack-deise"), wenn er danach kräht; sämtliche erziehungsmaßnahmen werden abgemildert oder kommen gar nicht mehr zur anwendung, ich erwähne nur den allabendlichen "ichschreisolangebisichbekommewasichwill"-versuch mit geröteten augen und wangen.
nunja. heute abend war es dann "toss-toot" (toastbrot) mit "assel-muus" (apfelmus, wobei asselmus in einigen ländern dieser erde sicherlich eine ernstzunehmende kulinarische alternative darstellt).
opa m.: asselmus is alle!

so, und jetzt bleiben mir noch zwei tage zeit, mit krankem kindchen im schlepptau, mich auf die buchmesse vorzubereiten, die letzten termine zu machen, ein projekt fertigzustellen, meinen schreibtisch aufzuräumen, die wäsche zu waschen und zu bügeln.
und die gedanken an die tage von donnerstag bis sonntag machen mich froh und doch zugleich sehr wehmütig.

zitat des tages: "man muss sein leben aus dem holz schnitzen, das man zur verfügung hat." theodor storm.

Dienstag, 2. Oktober 2007

mangel an information

"raus aus den federn! und nicht die warmen schühchen vergessen! es ist sauuukalt da draußen! es ist jeden tag saukalt! aber wo sind wir denn auch? miami beach? wohl kaum! ..."

heute wäre garantiert kein schöner "und täglich grüßt das murmeltier"-tag. und das nicht nur wegen des wetters: ich habe heute fünf (sic!) neue aufträge bekommen, von denen einer bereits bis freitag nächster woche erledigt sein muss, das heißt bis mittwoch abend, denn am donnerstag sitze ich ja schon im zug (der sonne entgegen *insider*). die bügelwäsche stapelt sich bis unters dach. ich kämpfe noch mit dem nachwehen einer erkältung. beim abholen des kindchens wurde ich heute mit der mitteilung erfreut, dass sowohl windpocken (na gut, dagegen ist der kleine geimpft) als auch der sog. "hand-fuß-mund"-virus (ja, den gibts wirklich!) umgeht und unser kleiner bereits erste pustelchen an den beinchen hat. nun könnte es a) eine abgeschwächte form der windpocken sein oder b) dieser sog. "hand-fuß-mund"-virus oder c), was am besten wäre, einfach nur wieder gestresste haut. fiebermessen heute abend ergab beruhigende 37,0 - das kann auch vom schnupfen sein, den das kindchen seit einiger zeit hat.
lassen wir uns also überraschen. wobei die aussicht, in DIESER woche ein krankes kind zu hause zu pflegen, in mir eine leichte panik auslöst.
wie war das gleich: "optimismus ist mangel an information."
wer hat das eigentlich gesagt? und wann?

egal, ich ÜBE mich in gelassenheit, lasse mich jetzt nach dem genuss einer aktren 400 forte ins bett plumpsen und vertiefe mich in die "deathly hallows" (nachdem ich in den letzten wochen alle sechs bände noch einmal verschlungen habe, konnte ich wieder mal nicht bis zum erscheinen der deutschen ausgabe warten).

Mittwoch, 12. September 2007

feuerlöscher

nachrichten aus dem bienenstock:
gestern, beim elternabend in der kita, eine schlechte nachricht: der kindergartenplatz ab april nächsten jahres ist immer noch nicht sicher. und ob das kindlein noch "gezogen" werden kann bis zum august (wenn dann das neue kita-jahr anfängt), ist fraglich, denn dazu bräuchte es attest, bescheinigungen und aussagen der erzieherinnen etc.
es ist schwerer, ein kind ein paar monate länger in der krippe zu behalten als ein kind ein jahr lang für die schule zurückzustellen. tut mir leid, aber ich versteh's einfach nicht mehr. wenn man kinderkrippenplätze schafft, dann muss man doch auch daran denken, dass diese kinder irgendwann mal drei jahre alt sind und nach möglichkeit eben NICHT die einrichtung wechseln sollten. wir reden ja hier über KINDER und nicht über autos, die man, wenn das eine parkhaus voll ist, ins nächste schickt.
das ganze verursacht mir langsam aber sicher schlaflose nächte und magenschmerzen. kita-leitung, elternbeirat und stadtelternrat wollen was unternehmen, aber die stadt stellt sich einfach prinzipiell quer.
notfalls heißt es eben: kämpfen, kämpfen, kämpfen. mit attesten und vielleicht mit anwalt.

eine andere nachricht, von der wir noch nicht wissen, ob sie gut oder schlecht ist: das haus, in dem wir wohnen, wurde an einen anderen eigentümer verkauft. nächste woche soll ein erstes gespräch zwischen neuem eigentümer und den mietern stattfinden. wir lassen uns überraschen...

ansonsten bricht nächste woche ein reisemonat an: hildesheim - heidelberg - mannheim (die sonne lacht! *insider*) - frankfurt/main - leipzig. fast alles beruflich, aber ich freue mich unbändig, vor allem auf die heimat. das kinderreisebett ist schon gekauft (nochmals danke an die edle spenderin!).
nun aber noch eine woche arbeiten und mehrere brennende hütten löschen...
(*ebenfalls insider*:-))

Dienstag, 14. August 2007

mutanten

unglaublich, diese fremdheit der wohnung nach zwei wochen urlaub.
und unglaublich, wie schnell diese fremdheit vergeht.
wie schnell man wieder drin ist im alltagsrauschen und in diesen lauter kleinen geschichten und geschichtchen.
wie man wieder früh um 7 uhr aufsteht, das kindchen weckt und anzieht, es noch ein bisschen spielen lässt, den kakao kocht und die brote für die krippe schmiert, dem kindlein schließlich das frühstück reicht und es anschließend zur krippe fährt (schlüssel? handy? brottasche? hab ich alles?), zurückkommt, kaffee kocht, sich an den schreibtisch setzt, die unterlagen sichtet, die post, die emails.
daran denkt, dass man sich ja noch bei der post beschweren wollte. den versicherungsfritzen anrufen muss. die hausverwaltung. den kinderarzt. den orthopäden. die kollegin wegen der rechnung. den chef wegen der recherche. daran denkt, dass die wäsche fertig ist und aufgehängt werden sollte, weil es ja morgen schon wieder regnet. dass man ein neues außenkabel braucht. und die fotos ins album eingeklebt werden müssen. undsoweiterundsofort.
gibt es eigentlich einen namen für diese art der mutation?
müssen wir alle diese mutanten sein?
man kann ja nicht behaupten, man würde diesen kram brauchen, um lebenszeit sinnvoll zu füllen. aber man kann ja auch nicht 24 stunden am tag sinnvoll füllen. sondern vielleicht nur 8 oder 10, nämlich mit schlaf.
und der rest?
ja, der rest ist schweigen.

*und somit wünscht die bienenkönigin allen eine gute nacht*
Lilypie Fünfter Ticker