Sonntag, 20. August 2006
hard feelings reconciled in harvest somehow...
das arbeiten fällt schwer; ich denke nur noch an morgen, an den beginn der krippenzeit. wie wird das alles sein? wird sich mein kind gut eingewöhnen (können)?
wenn ich mich ganz intensiv dazu befrage, dann weiß ich, dass ein unbehagen da ist, eine sorge, ein großer zweifel. und ich weiß auch, dass dies nicht in der tatsache, DASS mein kind in die krippe geht, begründet ist. sondern eher in dem WIE und den vielen fragen, die bleiben:
werden sie dort genauso gut auf ihn aufpassen wie ich hier zuhause? werden sie auf die vielen wespen achten, die gerade unterwegs sind? werden sie ihn beim essen beobachten und genauso schnell wie ich reagieren, wenn er mal wieder schlingt und sich dabei verschluckt? werden sie ihm den wunden popo genauso sorgsam eincremen wie ich? werden sie acht geben, wenn er versucht aus dem hochstuhl rauszuklettern?
es fällt schwer zu sagen: wir werden sehen. es fällt schwer, gelassen zu bleiben - etwas, dass ich eigentlich immer gut konnte. ich ahne, dass ICH in den nächsten wochen auch viel trost und ermunterung und zuspruch brauchen werde.
*die bienenmama versucht sich mal in ironie:*
es bleibt spannend. schalten sie also auch morgen wieder ein, wenn es heißt: die heißen tränen der krippenkindmama, früher genannt die bienenkönigin. drama am frühen morgen.
zitat des tages (mit dank an m.):
"Gotta have your hands in the dirt to stay on course
And whatever you've done, get's purged in the plough
Hard feelings reconciled in harvest somehow."
(Alana Levandoski, Prairie Sun)
Donnerstag, 17. August 2006
das durchschlafkind: doch kein mythos
es gibt sie nämlich wirklich, die famosen durchschlaf-kinder, die mit 3 monaten zum ersten mal 12 stunden durchschlafen und das auch so beibehalten (zumindest bis jetzt - ein gutes jahr später), zudem noch ein gepflegtes mittagsschläfchen halten von ca. 2 stunden (es dürfen aber auch mal 3 sein, da sind wir nicht so). deren gesichtchen sich aufhellt, wenn man sagt: "jetzt wird aber heia gemacht". kinder, die strahlen, wenn man sie in den schlafsack packt.
ja, es gibt diese kinder wirklich. mein bienenkindlein gehört - schön für mich - dazu.
auf die frage, was ich denn dafür gemacht habe, muss ich aber leider sagen: nix. das hat das kindlein ganz allein gemacht.
und beim nächsten kind wird sowieso alles anders.
*vermutet die bienenkönigin und wünscht allen eltern und kindern einen guten schlaf und süße träume*
Dienstag, 15. August 2006
abendliche kind- und elternquälerei
die liebevoll kindermund-maßgeschneiderten stullen-stückchen werden zu türmchen aufeinander geschichtet, hinunter geworfen, oder das kindlein probiert es mit pflaumenmus-oder-teewurst-body-painting. dann quengeln. das kindlein zeigt auf alles mögliche, das es haben möchte, aber nicht kriegen darf: salzstreuer, kaffeedose, handy. manchmal gelingt kurzfristiges ablenken mit schlüsselbund oder werbeprospekt - dann kann man schnell, quasi vom kindlein unbemerkt, zwei, drei stullenhäppchen ins kleine mündchen schieben. dann wieder quengeln. möhren werden gekocht, irgendwas muss das kind ja im bauch haben vor dem langen nachtschlaf. von den möhren werden fünf oder sechs mini-stückchen gegessen, dann wird der teller weggeschoben. "möchtest du nicht noch ein bisschen lecker möhre essen?": energisches kopfschütteln. der blick des kindes sagt: "wie könnt ihr es wagen, mir so einen fraß anzubieten!" banane wird gebracht, banane geht immer. das kindlein stopft sich eine halbe banane rein ("hey, abbeißen, hörst du, a-b-b-e-i-ß-e-n hab ich gesagt!") und würgt das letzte stück wieder heraus. da liegt es nun, inmitten der stullenhäppchen- und möhrchen-leichen auf dem boden. quengeln. gut, dann vielleicht noch brotrinde, die wird manchmal auch gern genommen. "hier, guck mal, brotrinde, hmmm...": kopfschütteln. im gleichen moment greifen die kleinen patschehändchen aber danach. das kind beißt ab und kaut, dann wird der rest mit schwung hinuntergeworfen. quengeln. "hier, iss doch noch was!": kopfschütteln. "bist du müde?": "ahm" (= heißt soviel wie "ja"). "soll die mami dich ins bett bringen?": "aaahm!"
mein gott, was sind eltern schwer von begriff.
Montag, 14. August 2006
wie entwickelt sich mein kind, teil 128: laufen lernen mit papoutsis

seit ein paar tagen ist das bienenkindlein stolzer besitzer und träger eines paares papoutsi-schuhe, die ich hier mal ausdrücklich anpreisen und weiterempfehlen will. wer verhindern will, dass sich das eigene kind in den handelsüblichen kinderfußplattmachern und -einzwängern namens 'kinderschuhe' die füßchen völlig deformieren lässt, der sollte beherzt zu papoutsis greifen. darüber hinaus sind die schuhchen mit knapp 25 euro ziemlich kostengünstig.
ansonsten übt das kindlein fleißig das freie gehen, was allerdings meistens nach zwei bis drei schritten misslingt. ab und an werden auch abstände, z.b. zwischen couchtisch und stuhl, falsch einkalkuliert. die folge: unzählige kleine blaue flecken auf dem hübschen kindergesichtchen und auf den ebenso hübschen knubbelknien.
aber er übt unverdrossen weiter, schnappt sich bei nächster gelegenheit wieder einen stuhl und bewegt sich stuhlschiebenderweise durch die ganze wohnung.
die anschaffung eines schiebewagens o.ä. wurde kurzfristig erwogen und wieder verworfen, da wir in dem festen glauben sind, es könne jeden tag soweit sein mit dem freien laufen. das denken wir jetzt schon ein paar wochen.
nunja.
sowohl für uns als auch für außenstehende recht befremdlich und bizarr ist der derzeitige drang des kindleins, weit auszuholen - und sich dann mit den handflächen ins gesicht zu schlagen. mit schmackes. ebenfalls sehr beliebt: an der terrassentür stehen und "kopf gegen glasscheibe: wer gibt eher nach?" zu spielen.
soll ich mir jetzt sorgen machen?
ist ja schön, dass er derzeit seinen eigenen körper entdeckt. aber SO?
liebes jugendamt. wir waren's nicht, ehrlich. hat er ganz allein gemacht.
(glaubt einem doch keine s**.)
Freitag, 11. August 2006
elternstöckchen
1. War der Nachwuchs geplant?
kann man kinder planen?
2. Wie hätte er/sie gehießen, wenn er/sie das jeweilige andere Geschlecht geworden wäre?
wird nicht verraten; der name könnte ja noch gebraucht werden.
3. Was war der erste Gedanke, als du erfahren hast, dass du Nachwuchs bekommst?
ich kann nicht zur leipziger buchmesse fahren.
4. Was machte dir am meisten Kummer vor der Geburt deines ersten Kindes?
ich hatte keinen kummer.
5. War der Kummer dann begründet?
--
6. Willst du noch mehr Kinder? Wieviele?
eigentlich ja. eigentlich eins. ABER: siehe 1.
7. Dein ultimativer Tipp an alle (werdenden) Eltern?
sich nicht verrückt machen (lassen).
8. Wie sind deine nächsten Zukunftspläne?
mit kind kann man nichts mehr planen. weder das nächste kind noch die eigene zukunft. aber ich hangele mich meistens frohen mutes von woche zu woche. nächstes wichtiges datum: ab 21.8. fängt die eingewöhnungszeit in der krippe an.
9. Wer bekommt das Stöckchen von dir?
puh… wer will, wer will, wer hat noch nicht?
+10. (zusätzliche Frage vom Feuervogel) Hast du so etwas wie “eherne Grundsätze” die du an dein Kind weitergeben willst?
1. sei freundlich. 2. sei höflich. 3. sei trotzdem du selbst.
Donnerstag, 10. August 2006
prost
mir fiel heute abend wiederholt auf - beim zubettbringen und indenschlafsingen des bienenkindleins -, wie traurig-depressiv oder gewalttätig eigentlich der gesamte volkslied- und kinderliedschatz ist: "die mädchen in der welt sind falscher als das geld" - "schießt in dich das schrot, dass dich färbt die rote tinte, und dann bist du tot" - "ich möcht am liebsten sterben, dann wärs auf einmal still" - "morgen früh, wenn gott will, wirst du wieder geweckt" - "bis dass der jäger - jäger kam und schoss sie nieder" - "als einer dunklen kammer, wo ihr des tages jammer verschließen und vergessen sollt" - "aber dein scheiden macht, dass mir das herze lacht" - "half ihm doch kein weh und ach, musst es eben leiden" - "ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin" - und das "feinsliebchen" schaut natürlich auch nicht rein; der vogel muss allein weiterfliegen, "weil ich hierbleiben muss"; "laurentia" verschiebt ihre ankunft tag für tag und wird sich wohl gar nicht mehr blicken lassen; "sie hat die treu gebrochen"...
jetzt mal eben alles aus dem gedächtnis gekramt, in lockerer reihenfolge. natürlich singe ich die lieder alle dem bienenkindlein vor, da kenne ich nix, wird mir ja sonst zu verzärtelt, das kind.
wenn gewünscht, schreib ich natürlich noch die liedertitel auf.
aber nicht jetzt.
jetzt wird wirklich gearbeitet.
bis ich manisch-depressiv werde oder tot umfalle.
alternativ kann man aber auch mit dem trinken anfangen.
Samstag, 5. August 2006
wieder mal ein großer schritt
das ist ein bisschen wie napoleonischer befreiungskrieg: man gewinnt schritt für schritt alte freiheiten wieder (abends im bett lesen!) und erobert sich das eigene terrain zurück.
wie habe ich das vermisst: sich mit kopfkissen und bettdecke einmuckeln und lesen. solange bis einem die augen zufallen. morgens bin ich dagegen nun schon vor dem bienenkind wach und lausche, ob im benachbarten kinderzimmer schon jemand vor sich hinplappert...
p.s.: kann mir mal jemand schlüssig erklären, warum teewurst-, butter-, frischkäse- oder pflaumenmusbrote immer, ich betone: immer, mit dem aufstrich nach unten auf den boden fallen? und wieso kann ein kind so viel freude daran entwickeln, den oben genannten dingen beim hinunterfallen zuzusehen?
Mittwoch, 2. August 2006
unversaut
und mehr noch als die gute idee, die gute umsetzung, die guten schauspieler, die großen gesten und die großen sätze über das leben, bewegte mich EIN moment, ein einziger moment:
meryl streep hält ihren sterbenden/toten drogendealer-liebhaber-entführemichineineanderewelt-freund im arm und heult:
"ich will mein leben zurück. ich will es zurück.
ich will es zurück haben bevor alles versaut wurde.
ich will wieder ein baby sein.
ich will wieder neu sein.
ich will wieder neu sein."
da drängen sich große fragen auf, und es mag einen schier von den beinen reißen, wenn man sich da plötzlich wieder mit aller macht und schlagenden gewalt der verantwortung, der riesigen monströsen verantwortung bewusst wird, die man trägt, indem man dieses kleine menschlein im arm hält, das jetzt noch baby ist, das jetzt noch neu ist, ganz unversaut, ganz ohne arg, ganz unverdorben.
Sonntag, 30. Juli 2006
nach der reise ist vor der reise
bereits als die taxi-tür zuklappte, hatte ich den impuls zuhause anzurufen, um zu fragen, ob denn auch alles in ordnung sei. ich unterdrückte den impuls.
ich rief eineinhalb stunden später an. vorher hatte ich mir - quasi als therapeutische maßnahme - ein paar schuhe gekauft: 35 minuten umsteigezeit müssen ja irgendwie sinnvoll rumgebracht werden.
reist man mit der deutschen bahn, kann man sicher sein, fast immer einen hauch von abenteuer und verwegenheit zu erleben. insofern haben sie ganz recht, liebe frau klabauter.
kurz vor halle blieb der zug stehen. und stand da. und stand.
nach gefühlten drei stunden ließ sich dann der schaffner dazu herab, den noch hoffnungsfrohen reisenden mitzuteilen, dass es einen brand auf der strecke gäbe. die weiterfahrt würde sich um 10-15 minuten verzögern. ich fragte mich: die wartezeit bis jetzt schon eingerechnet oder nicht? wie dem auch sei, alle lehnten sich möglichst entspannt zurück, die klimaanlage arbeitete noch, was will man mehr. für so einen brand kann die bahn ja nix, muss man ja mal sagen, das ist die schlimme hitze, ja, die hitze, die macht alles kaputt. kanzlerin, hilf.
seelisch richtete ich mich auf 20 minuten ein.
es wurden 35 minuten.
endlich zuckelte der zug wieder los. in der zwischenzeit hatte ich mein schminkköfferchen geöffnet, mein buch aus der tasche geholt, meine taschentücher, die zeitung, hatte die schuhe ausgezogen und damit begonnen, meinen füller neu zu "betanken". just in diesem moment hörte ich wie durch einen nebel (vermutlich verursacht durch den nagellack, den ich nebenbei aufzutragen beabsichtigte) die durchsage: "sehr geehrte damen und herren, in kürze erreichen wir halle/saale. bitte alles aussteigen. dieser zug endet hier."
erstauntes murmeln der "sehr geehrten" reisenden. hatte man richtig gehört? war das jetzt ein scherz? ein schlechter? die hitze??
knispern. räusper. "reisende richtung leipzig hauptbahnhof werden gebeten, die regionalbahn zu nehmen, abfahrt 19.40h von gleis 12." räusper. knispern. ich schaute auf die uhr und sah aus dem rechten augenwinkel bereits den bahnhof von halle. langsam begriff ich, dass mir nur 6 minuten blieben.
im nachhinein weiß ich nicht, wie ich es geschafft habe, aber ich saß wirklich 6 minuten später (ohne verlust von gepäckstücken oder persönlichen gegenständen, wie ich hier stolz anmerken darf) in der leider unklimatisierten regionalbahn.
in leipzig angekommen und von meiner reizenden gastgeberin abgeholt, musste ich feststellen, dass ich für eine etwaige (anteilige) fahrpreiserstattung doch noch 10 minuten zu pünktlich war.
ansonsten war leipzig schön und sehr warm. ich hatte mir natürlich den heißesten tag ausgesucht, wie sollte es anders sein.
als ich zwei tage später wieder zurück kam, empfing mich mein kind frei stehend (!) an der wohnungstür, schaute skeptisch, misstrauisch und äußerst irritiert. fast nach dem motto: "moment mal, die kennste doch irgendwoher..." als ich mich, äußerst gerührt und auf kindesliebesentzug meinem kindlein nähern wollte, flüchtete es in papas arme. und blieb dort erst einmal eine weile.
aber zehn minuten später hing er an mir wie ein kleines äffchen, krallte sich fest, presste förmlich sein köpfchen auf meine brust und wollte mich gar nicht mehr loslassen.
ein unglaublicher moment.
fast habe ich lust, morgen mal wieder eine fahrkarte zu kaufen...
Samstag, 29. Juli 2006
Mittwoch, 26. Juli 2006
schlechtes timing
und jetzt denke ich, dass er vielleicht-vermutlich-höchstwahrscheinlich in den nächsten tagen "richtig" frei laufen wird. und ich werde nicht da sein.
in vier stunden geht mein zug. und der abschiedsschmerz ist mindestens genauso groß wie meine vorfreude. ich werde mich davonstehlen, wenn mein kind im sanften mittagsschlummer liegt, und erst in zwei tagen wiederkommen.
für das bienenkind werden die zwei tage vermutlich wie eine halbe stunde sein; für mich sind sie eine kleine ewigkeit.
und jetzt noch schnell mit dem handy ein hübsches foto vom bienenkind machen und eine kleine sprachaufnahme. die richte ich mir dann als klingelton ein.
Samstag, 22. Juli 2006
reisen
es ist ja so, dass sich alles immer ganz schnell relativieren kann, und dann kann - quasi als einzig positiver nebeneffekt menschlicher tragödien - einen so schnell nichts mehr aus der bahn werfen: kein quengelndes kleinkind, kein nörgelnder ehemann, nicht die hitze, auch nicht das schlechteste manuskript aller zeiten oder die attacke zweier blutrünstiger bremsen auf dem wäschetrockenplatz.
*queen of the bees is giving a high five*
bleibt nur zu hoffen, dass mich zu guter letzt nicht noch eine verwerfung aus der bahn wirft, wenn ich eben jener sitze, am mittwoch nächster woche - auf dem weg nach leipzig.
das ist dann auch eine premiere: das erste mal eine nacht (genauer: zwei) ohne mein kindlein.
dafür werde ich ein anderes - vier wochen altes - kindlein im arm halten und meinen 90jährigen großvater.
das wird eine schöne, große, gute reise.
Sonntag, 16. Juli 2006
keine kraft
ich bitte alle um verständnis, wenn ich jetzt und vielleicht die nächsten tage nicht blogge.
herz und hirn sind ganz bei jemand anderem, und ich habe nicht die kraft zu teilen.
Donnerstag, 13. Juli 2006
pfui spinne
was meint ihr wohl, was eure eltern treiben,
wenn ihr schlafen gehen müßt?
und sie angeblich noch briefe schreiben.
ich kann's euch sagen: da wird geküßt,
geraucht, getanzt, gesoffen, gefressen,
da schleichen verdächtige gäste herbei.
da wird jede stufe der unzucht durchmessen
bis zu papagei-sodomiterei.
da wird hasardiert um unsagbare summen.
da dampft es von opium und kokain.
da wird gepaart, dass die schädel brummen.
ach schweigen wir lieber. - pfui spinne, berlin!
(joachim ringelnatz)
linkliste adé
alle, die ich vorher verlinkt hatte, mögen mir verzeihen (oder mir einen tipp geben, wie es vielleicht doch noch klappen könnte).
ansonsten ist schönes wetter. außen wie innen.
Mittwoch, 12. Juli 2006
blogger und html-spezialisten sind gefragt
es sieht grauslich aus.
Montag, 10. Juli 2006
leben und leben lassen
ein kind erwarten.
klingt gut: ein kind erwarten.
fast würde man, fast könnte man, fast träumte man...
naja, seien wir mal vernünftig und lassen wir das.
nur weil das bienenkindlein sich seit tagen von seiner schokovanillezuckerzuckersüß-seite zeigt, heißt das nicht, dass das in sagen wir 10-12 monaten auch noch so sein wird. wahrscheinlich wird er gerade dann seine schärfste trotzphase mit sich und uns (und eben dem baby) austragen.
also: nein.
nein.
nein.
*bienenmama guckt grad sehr vernünftig*
es gibt auch noch anderen anlass zur ausufernden freude:
nein, ich meine nicht den weltmeister der herzen, wie ich heute in 165pt-schrift in der zeitung lesen konnte.
ich meine einen anruf von einem herrn w. aus hannover, geschäftsleitung der telekom.
ja, ihr habt richtig gehört.
ergebnis: unsere beschwerde hatte erfolg, die mahnungen bestanden zu unrecht, unser buchungskonto wird auf "0" gesetzt, wir werden keine post mehr von seiler & ganoven erhalten.
zitat des tages: "alles was ich möchte, ist, mein leben so zugrunde zu richten, wie ich es gern möchte." (eine tochter an ihre eltern)
firma des tages: telekom.
Freitag, 7. Juli 2006
apropos kindergarten
stephen l. carter: schachmatt (dt. von j.-chr. rojahn und h.-u. möhring)
Donnerstag, 6. Juli 2006
neues von der lieblingsknuddelkuschelfirma
ich vergaß es zu erzählen: es hat noch einmal viele viele telefonate, betteleien und verbiegungen gebraucht - aber jetzt habe ich ihn und geb ihn nicht wieder her. und hoffe natürlich, dass irgendwann aus dem "halbtags" ein "ganztags" wird.
auch ist mal wieder ein bericht über meine persönliche knuddelkuschelfirma telekom fällig: wir haben jetzt zum vierten mal widerspruch gegen die mahnbescheide eingelegt, sowohl bei der telekom als auch bei den putzigen anwälten seiler & kollegen, die das geld von uns eintreiben wollen. aber wir bekommen nur immer wieder neue "letzte außergerichtliche zahlungsaufforderungen". in der zwischenzeit habe ich herausgefunden, dass diese anwaltskanzlei ein inkassounternehmen ist und als solches eine 100%ige tochter des telekom-konzerns, da von diesem gegründet.
wenn man bei google die wörter "telekom, mahnung, seiler" eingibt, erhält man tiefe einblicke in die geschundenen seelen von mindestens hunderttausend betrogenen und hasserfüllten telekom-kunden und erfährt so nebenbei, dass seiler & halunken mit äußerst rüden methoden vorgehen, am rande der legalität.
falls einer das hier liest, der ähnliches gerade durchleidet (die wahrscheinlichkeit ist hoch), gebe ich hier einmal die von allen telekom-seiler-rechtsverbrecher-opfern empfohlene taktik weiter:
1. den mahnbescheiden schriftlich widersprechen.
2. weitere mahnbescheide ignorieren.
3. letzte außergerichtliche zahlungsaufforderung ignorieren.
4. dem gerichtlichen mahnbescheid (der irgendwann kommen wird: amtsgerichte in deutschland verschicken mahnbescheide ungeprüft!) innerhalb von 14 tagen (unbegründet) widersprechen.
5. schreiben der anwälte ignorieren, dass man den widerspruch zurücknehmen soll.
6. schreiben der telekom ignorieren, dass zahlungsunfähigkeit (na klar, das wird dann erst einmal unterstellt) kein grund sei, dem mahnbescheid zu widersprechen.
7. schreiben der anwälte ignorieren, dass man jetzt wirklich klagen wolle.
8. schreiben der anwälte ignorieren, in dem zu einer zahlung einer teilsumme aufgefordert wird und die erlassung der restlichen summe in aussicht gestellt wird. (wie unter russisch-kasachischen brüdern: "he, du, towarritsch, wirrr machn unterrr uns aus, hä")
9. meistens kommt dann nix mehr. (weil der kläger in der beweispflicht ist - und die telekom kann nicht beweisen, dass wir beträge schuldig sind, weil wir ihnen nun mal nichts schuldig sind...)
wenn jetzt aber jemand zu einem anderen anbieter wechseln will: vorsicht! es mehren sich die zeichen, dass man dann unter umständen vom regen (unter umgehung der traufe) direkt in der sch.. landet. und dann drin sitzt. für immer.
wir haben nun bei der telekom einen dsl-anschluss beantragt. mal sehen, wie alles wird...
*bienenkönigin reibt sich die hände und guckt interessiert auf die vor ihr liegenden wochen*
wort des tages: kommunikationskultur.
lied des tages: stand up, stand up, stand up for your rights...
Mittwoch, 5. Juli 2006
preis zahlen
statt dessen herrliche ruhe. wo man doch nachts die fenster öffnen MUSS, um nicht zu ersticken.
und ganz ehrlich: wer dermaßen in der defensive schlampt, weil er gedanklich schon beim elfmeterschießen ist, der hat nichts anderes verdient.
so.
ansonsten gedenke ich heute noch zu arbeiten. ich weiß zwar nicht, was dabei rauskommt, wenn man bei 34 grad im schatten ein manuskript lektoriert, aber es kann ja ganz interessant werden. außerdem bin ich jung und brauche das geld.
heute morgen war ich mit dem bienenkindlein zum ersten mal zusammen in seiner neuen krippe. dort ist alles so schön und so neu und so gemütlich und und und... - trotzdem beschleicht mich ein seltsam trauriges gefühl. jetzt ist es also real. mein kind wird in ca. sechs wochen in die krippe gehen und schritt für schritt dort lernen, ohne mich zurechtzukommen.
damit geht zwar ein wunsch in erfüllung, aber man bezahlt eben auch einen (im übertragenen sinne) preis dafür.
um so mehr werde ich nun die nächsten wochen mit kindlein genießen. betütteln. bespielen. mich an all seinen gesten und geräuschen und mimiken und geplapper erfreuen.
bild des tages: das bienenkindlein, wie es sich eine ganze schale erdbeeren einverleibt, genüsslich erdbeere für erdbeere mit den kleinen babyspeckfingerchen rausklaubt, sie ansieht, sie in den (weit geöffneten) mund schiebt, schmatzt, kaut, "ham-ham" sagt und mich mit glückseligem lächeln anschaut.
zitat des tages: es gibt dinge im leben, die sind einem viel wert. aber die haben auch ihren preis. (preisfrage: sagt wer in welchem film?)
Dienstag, 4. Juli 2006
zitat des tages
christian morgenstern
p.s.
jetzt sind wir wieder entsperrt.
vielleicht hat mein leben nur dann einen sinn, wenn ich mindestens zweimal im monat ge- und wieder entsperrt werde. vielleicht tut die telekom mir ja deshalb einen gefallen, und ich weiß es gar nicht zu schätzen. vielleicht findet das ja alles nur noch in meinem gehirn statt und gar nicht im wirklichen leben.
vielleicht gehe ich jetzt doch eine waffe kaufen.
patsch
ohne animation, ohne hilfe, einfach so.
vermutlich aus freude darüber, endlich aus dem bettchen zu dürfen, und weil es ja dann auch immer gleich frühstück gibt. das geräusch, das es durch das händeklatschen erzeugte, dieses kleine "patsch", war wiederum anregung genug, es immer und immer wieder zu tun.
jetzt, beim mittagessen, wurde wieder geklatscht. mama hat dazu "backe backe kuchen" und "ringel ringel reihe" gesungen, und das kindlein war fröhlich wie nie, ließ sich gerade hellauf begeistert zum mittagsschlaf hinlegen und träumt nun vermutlich von hunderten von kuchen, wo doch das backen händeklatschend angefeuert werden und man hinterher alles genüsslich verspeisen kann.
Montag, 3. Juli 2006
3 optionen + 0 chancen
nicht, dass frau margot käßmann zu den wichtigen menschen in meinem leben gehört, deren ausführungen ich regelmäßig lauschen würde, oder gar eine freundin von mir sei (im gegenteil: ihr ständiges „ich bin christin und ein guter mensch“-gerede treibt mir oft die teufelshörnchen aus dem schädel), aber was sie im interview in der (übrigens lesenswerten) geo-ausgabe „kindheit und erziehung“ gesagt hat, trifft den nagel auf den kopf, und zwar schmerzhaft:
frau käßmann sagte sinngemäß, dass frauen hierzulande drei optionen haben, und jede dieser gewählten optionen kann nur falsch sein:
1. man bleibt kinderlos und arbeitet. dann ist man die karrierezicke. (anm. d. bienenkönigin: interessant auch, dass man(n) immer von „karriere“ redet, wo man als frau eigentlich nur „arbeit“ bzw. „job“ meint.)
2. man bekommt kinder und geht arbeiten. dann ist man die rabenmutter, die ihre kinder aufs sträflichste vernachlässigt (anm. d. b.: bemerkenswert originell ist in diesem zusammenhang die neue deutsche sprachschöpfung „fremdbetreuung“)
3. man bekommt kinder und bleibt zuhause. dann ist man das heimchen, das muttchen am herd, das sich zu fein zum arbeiten ist und vom wirklichen leben keine ahnung hat.
wann fangen wir an, diese drei optionen als gute, gleichberechtigte lebensentwürfe zu sehen??
auch stehen immer nur frauen unter diesem rechtfertigungsdruck, männer eigentlich nie.
bewirbt man sich als mutter auf eine neue stelle, lautet in der regel eine der ersten fragen beim bewerbungsgespräch: „und wie regeln Sie die kindbetreuung?“ väter würde man dergleichen nicht fragen, man geht selbstverständlich davon aus, dass der vater der ernährer und die mutter die kindesbetreuerin („heimchen“, option 3) ist. dass man sich heutzutage diese „jobs“ (s.o.) auch teilen kann, ist bei vielen (in der regel männlichen) firmenchefs, büroleitern, etc. noch nicht (im schädel, s.o.) angekommen.
frau käßmann weiter:
„auch dieser seltsame mutter-mythos stört mich: im idealfall bringt sie morgens perfekt gekleidet die kinder zur schule, leitet dann ein unternehmen, macht abends eine gute figur im kleinen schwarzen. und ist schuld, wenn die tochter eine fünf in französisch nach hause bringt.“
zu diesem post passt noch das schöne zitat von theodor gottlieb von hippel, das ich heute fand:
„frauenzimmer gehören zum menschlichen geschlecht, sind in dieser qualität in die bürgerliche gesellschaft als durchaus ohnentbehrliche glieder mit eingetreten, und müßten also mit dem männlichen geschlecht überall, wo diese natur es nicht verbaut, gleiche rechte haben.“
(1793 geschrieben. und zweihundertdreizehn jahre später immer noch keine wirklichkeit.)
Samstag, 1. Juli 2006
veränderungen
1. das bienenkind (= "fresssack") isst mittlerweile mehr als die bienenmama:
frühstück: bienenkind: zwei toasts (manchmal mit ein bisschen ei); bienenmama: ein toast (manchmal mit dem rest vom ei)
mittagsessen: bienenkind: ein gläschen oder ein teller mit warmer liebevoll zubereiteter speise :-); bienenmama: mittagessen fällt aus
nachmittags: bienenkind: ein kleines müsli und/oder 1 banane und/oder apfelschnitze und/oder zwieback und/oder erdbeeren/anderes obst; bienenmama: 1 tasse kaffee
abends: bienenkind: 1 stulle mit kalbsleberwurst, 1 stulle mit (frisch-)käse, 1 würstchen (so zum beispiel heute); bienenmama: die rinde vom brot, die wurstzipfel (und nebenher heimlich eine stulle mit käse).
soll ich mich wirklich wundern, dass er schon in klamottengröße 92 ist??
aber wieso komme ich nicht aus der 44?
fragen über fragen.
2. beginn des tausch- und ablasshandels:
gibst du mir meinen schlüsselbund zurück, wenn ich dir dafür ein lied vorsinge?
bekomme ich die tasse, wenn du dafür die tür beliebig auf und zu machen kannst?
du gibst mir die tasse nicht, na gut, wie wärs mit dem kuschelhasen? oder einem zwieback?
lass doch die doofe langweilige schranktür, guck mal, hier ist dein auto!! tut-tut!! du willst lieber puzzeln? dann darf ich dir aber vorher die fingernägel schneiden!
so in der art. den ganzen tag.
auf die variante "wenn ich dich jetzt den karottensaft übers parkett schütten lasse, bekomme ich dann später einen kuss" muss ich noch warten, denn knutschen kann das bienenkind noch nicht.
aber "ei-ei" machen. wohlgemerkt ganz sacht-lässig und doch behutsam-zärtlich nur mit dem zeigefinger.
p.s. wollte gestriges stöckchen von nils noch weiterreichen, an frau julie, frau klabauter und an scayla. habe nun gesehen, dass letztere sich das stöckchen schon von selbst gegriffen hat. bravo. :-)