Samstag, 27. Mai 2006

winke-winke

das bienenkind macht "winke-winke".
seit ein paar tagen.
und zwar zu bäumen, sträuchern, vögeln, aus dem kinderwagen heraus auch zu vorbeihuschenden passanten und radfahrern (einer hätte beim versuch des zurück-winkens beinahe die balance verloren...), zum fenster, zur tür, zum plakat an der wand.
aber auch zu uns, den stolzen bieneneltern.
sogar auf aufforderung.
ein prachtkerlchen.

Dienstag, 23. Mai 2006

dinge, die in einem haushalt mit einjährigen kindern niemals fehlen dürfen

die bienenmama ist wieder halbwegs fit und gibt ein paar nützliche tipps:

mit hilfe dieses kleinen, aber feinen, ganz banalen dingsda kann man wahrhaftig literweise rotze zutage fördern...
wenn man in sichtweite des bienenkindes damit herumhantiert, kann das kindlein mit heftigen ich-werf-mich-im-stuhl-hin-und-her-und-weine-und-schreie-anfällen reagieren, um einen dann nach erfolgter absaugung glückselig anzustrahlen und zu glucksen, weil es mal wieder für ein paar minuten frei atmen kann.
im moment meine tagesbeschäftigung.
ganz wichtig in der erkältungsbekämpfung bei kleinkindern sind auch zaubertropfen und heile-heile-zäpfchen.
alles muss einen besonders schönen, klangvollen namen haben und spielerisch-witzig verabreicht werden (obwohl einem manchmal gar nicht danach ist...).
erst wird z.b. bei der stoffmaus fieber gemessen, anschließend beim bienenkind.
das folienpapier von den zäpfchen knistert so schön.
die zaubertropfen kommen von oben zum bienenkind geflogen und machen sssssssssuuuuummmmmmmmmm...

gebären

aus meiner am 17. mai gefundenen "schatzkiste":

maßlos ist das wachstum der bäume und gräser
im frühjahr.
ohne unterlaß fruchtbar
ist der wald, sind die wiesen, die felder.
und es gebiert die erde das neue
ohne vorsicht.

bertolt brecht (1931)

Sonntag, 21. Mai 2006

ängste

die nacht von freitag auf samstag gestaltete sich aufreibend.
um 3 uhr wurde ich davon wach, wie mein kind in seinem bettchen weinte und nach mir rief. messung mit dem fieberthermometer ergab: 39,4 grad.
erneut ein zäpfchen, tee kochen, wadenwickel machen.
da zu dem fieber noch eine art merkwürdige hechelatmung hinzukam, waren wir kurz davor den notarzt zu rufen.
seit mein kind auf der welt ist, hab ich nicht solche ängste ausgestanden.
möchte ich auch nie mehr.
gottseidank atmete er wieder einigermaßen normal, als die wirkung von paracetamol und wadenwickeln einsetzte.
das sonst so große, fröhliche, quirlige kind war völlig apathisch und ließ sich im wiegegriff herumtragen wie ein zwei wochen alter säugling. das kleine köpfchen rot und glühend, die augen ganz groß.
um 6 fiel es dann schließlich in einen komatösen, mit tiefen seufzern durchsetzten schlaf und schlief sich bis 10 uhr morgens einigermaßen gesund.
seit heute kein fieber mehr, hallelujah.

nun ist die bienenmama krank.

Freitag, 19. Mai 2006

heile heile

zur tennisballgroßen schwellung am beinchen (impfstelle) ist fieber dazugekommen.
schon letzte nacht hörten wir das bienenkind schnorcheln und wiederholt nach luft schnappen, was zu guter letzt in einer nächtlichen schrei-orgie gipfelte. die bieneneltern kamen insgesamt auf ungefähr drei stunden nachtschlaf. das erinnert an alte zeiten.
heute im laufe des tages lief die rotze so schnell, dass ich mit wischen und absaugen gar nicht mehr hinterher kam. hinzu gesellte sich übermäßiger speichelfluss, vom ersten ans licht drängenden backenzahn verursacht (der bereits seine höckerchen sehen lässt).
weißliche spuren zogen sich durchs wohnzimmer.
heute abend dann fast 39 fieber. das bienenkind erhielt das erste zäpfchen seines lebens, hat aber davon nix bemerkt, weil es damit beschäftigt war, mit seiner blauen zahnbürste der kleinen stoffmaus die zähne zu bürsten und dabei unbeschreibbare (rotz-)laute auszustoßen.
beim eintröpfeln der nasentropfen furchtbares geschrei. danach ein unglaublicher "was-stellst-du-hier-eigentlich-mit-mir-an"-blick. so gucken kann nur er. ein blick, der skeptisch-wissend-fragend-hintersinnig-frech-beleidigt zugleich ist.

das schlimme ist ja nicht das krank-sein. das schlimme ist, dass er nicht weiß, dass man ihm aus diesem krank-sein helfen will, dass man es "gut" meint.

bitte, liebes paracetamol, mach "heile-heile".

heile heile segen,
drei tage regen,
drei tage sonnenschein,
wird schon wieder besser sein.

Donnerstag, 18. Mai 2006

wer suchet, der findet

gestern abend beim suchen nach bestimmten dokumenten fiel mir ein geschenk in den schoß – eine liebevoll gestaltete mappe meiner freundin, mir vor sieben jahren zu weihnachten geschenkt.
darin viele gedichte, zitate, gedanken.
ein schatz.
nochmals vielen dank, sonne.

einen teil des schatzes will ich jetzt hier mal ans licht setzen:

so setzen alle zusammen,
jeder auf seine weise,
das tägliche leben fort,
mit oder ohne nachdenken;
alles scheint seinen gewöhnlichen gang zu gehen,
wenn man auch in ungeheuren fällen,
wo alles auf dem spiele steht,
noch immer so fortlebt,
als wenn von nichts
die rede gewesen wäre.

goethe, wahlverwandtschaften

Mittwoch, 17. Mai 2006

wumm-wumm

einen brief habe ich heute eingesteckt, mitsamt meinem herzen, das vorher wie wild pochte.
als der brief im kasten war, war ich versucht, durch den schlitz hineinzugreifen und es herauszuholen, mein hämmerndes herz.
jetzt ist es wieder am rechten fleck, aber sorgt doch dafür, dass die gedanken kräftig durcheinander gewirbelt werden.
nun kann sich alles ändern.
oder auch nicht.
auflösung folgt.

das bienenkind hat heute bei seiner fünften impfung zum fünften mal mörderlich gebrüllt.
ich kann es ja sooo gut verstehen.
an der einstichstelle leuchtete mir heute ein blutroter fleck entgegen, den ich jetzt mal als harmlos einstufen möchte. man will sich ja nicht immer verrückt machen.
will man.
jawohl.
ansonsten war der kinderarzt zufrieden, was will das mutterherz mehr.
der schrecken der u6 ist vergessen.
die u7 soll die schlimmste sein, wurde mir heute gesagt.
nun denn, *bienenkönigin reibt sich die hände*, die schaffen wir auch noch.

Montag, 15. Mai 2006

die kleinen lügen im detail

lied mit zwei strophen

die eigenen kinder zu lieben
darf nicht abgelehnt werden.
auch dann nicht,
wenn da etwas lebt und heranwächst,
von dem man feststellt:
es war sehr anders gemeint!
die frage ist außerdem,
wie weit man da überhaupt
zu etwas berechtigt ist
über die verabreichung von vitaminen
und den ankauf von kleidung
hinaus.

die eigenen eltern zu lieben
darf nicht abgelehnt werden.
auch dann nicht,
wenn da etwas lebt und geld zählt,
von dem man feststellt:
ich habe damit nichts gemein!
die frage ist außerdem,
wie weit man überhaupt
zu etwas berechtigt ist
über das abverlangen von geld
und die kleinen lügen im detail.

christine nöstlinger

Freitag, 12. Mai 2006

noch mehr gespräche über das ende

heute, wieder mal auf dem weg zum zahnarzt, wurde ich ungewollt ohrenzeugin eines gesprächs zwischen einem alten mann im rollstuhl und dem zivi, der den alten mann – ich nenne ihn mal liebevoll-unkritisch „opa“ – im rollstuhl richtung ärztehaus schob:

OPA: war schon eine schwere zeit, so allein im krankenhaus.
ZIVI: ja, das kann ich mir vorstellen.
OPA: die schwestern waren aber sehr nett.
ZIVI: ja.
OPA: aber…
ZIVI: ja?
OPA: ich versteh gar nicht…
ZIVI: wir sind gleich da.
OPA: warum meine tochter nicht gekommen ist…
ZIVI: sie ist nicht gekommen?
OPA: sie wollte mich doch besuchen.
ZIVI: vielleicht hat sie es nicht geschafft. vielleicht war der weg zu weit.
OPA: sie arbeitet doch im krankenhaus.
ZIVI: sie arbeitet im krankenhaus?
OPA: ja.
ZIVI: im selben krankenhaus?
OPA: ja. oben in der verwaltung.
ZIVI: (verlegen) so, jetzt sind wir da.
OPA: zwei wochen lang. kein einziger besuch…

so etwas regt die phantasie an. ist die tochter kalt und unbarmherzig, grausam zu ihrem vater? oder war der vater grausam zur tochter und wird deswegen von ihr ignoriert? oder kann sie den anblick ihres vaters im rollstuhl nicht ertragen? möglicherweise kann sie überhaupt keine kranken menschen sehen und hat deswegen ihren krankenschwester-job an den nagel gehängt und ist in die verwaltung gegangen, weit weg von allen schlimmen gerüchen und jeder art des siechtums?
und: wenn ich alt und krank bin, wer pflegt mich dann? wer erbarmt sich meiner? muss mich auch ein zivi im rollstuhl herumfahren? oder wird mein kind dies tun? werden mich meine kinder im krankenhaus besuchen? kann ich es von ihnen überhaupt verlangen?

Sonntag, 7. Mai 2006

plane mit, arbeite mit, regiere mit

ich plane, mir für die neue woche, die in einer stunde beginnt, einen plan zu machen.
die letzte woche war planungstechnisch katastrophal, die vorletzte woche ebenso.
das muss besser werden.
dabei ist das bienenkind so aufgeräumt wie nie, obwohl sich seit ca. einer woche zwei weintraubengroße schwellungen am zahnfleisch zeigen, und zwar dort, wo später mal die backenzähne sein werden. aber er meckert nicht, sondern er redet nur noch mehr als sonst ohnehin schon.
das sind die mutter-gene.
naja, irgendwas muss er ja von mir haben.
zurück zum plan: der plan sieht so aus, dass ich nächste woche zeit haben möchte für eine warme dusche inkl. haarwäsche, eine pflanzen-umtopf-aktion, sowie für ein buch, das mir der gatte zu weihnachten schenkte.
das ist die neue mütterliche bescheidenheit, wie sie auch frau von der leyen sicherlich gut gefallen wird.

immer noch keine nachricht bezüglich krippenplatz.

Mittwoch, 26. April 2006

mütterliche opferbereitschaft

ich habe etwas dagegen, gäste zwischen staubmäusen übernachten zu lassen, auch wenn von denselben vor dem besuch tausendfach wiederholt wird: „aber du musst nicht putzen!“
und ob ich das muss. zwei intensive aufräum- und putztage taten der wohnung ausgesprochen gut, meinem rücken allerdings nicht.
am sonntag abend war ich froh, dass sonntag abend war.
die nerven, die man sich im übrigen als feine schläuche vorstellen muss, die schützend ein zweiter schlauch umgibt, waren nackt. „bei entkräfteten personen nun ist dieser andere einhüllende schlauch wie rinde an bäumen teilweise abgebaut.“ (carl sternheim, „die hose“)

um auch die letzte rinde zu zerstören, begab ich mich am montag morgen zu einer (lange geplanten) vierstündigen zahnbehandlung, um dann nach hause zu eilen, wo ich dem bienenkind und mir eine haferflockensuppe kochte, welche das bienenkind fröhlich mit dem löffel essen konnte, während ich mir mit einem dickeren strohhalm behelfen musste.
das gesicht taub, der kiefer schmerzend, packte ich das bienenkind eine stunde später in den kinderwagen – und schob mich und ihn zum fröhlichen kinderturnen.
das bienenkind hatte sehr viel spaß, genoss vor allem den sing-, spiel- und fingerreim-kreis, bestaunte die anderen kinder und wickelte alle mit seinem charme ein.
ich hatte nur noch das bedürfnis, das gesicht in eiswasser tauchen.

das ist mütterliche opferbereitschaft.
aber sie hat auch grenzen.
wieder zuhause, habe ich einen neuen rekord im „bienenkind-füttern-und-zu-bett-bringen“ aufgestellt. nix abendritual, nix drei lieder singen, nix wiegen, nix kuscheln.
fast hatte ich den eindruck, als sei er froh, dass er mal ohne den ganzen kokolores einfach ins bett und schlafen kann.

Mittwoch, 19. April 2006

die bienenkönigin und ihre kriminellen energien

man freut sich immer zu früh.
immer.
der sog. "betreuungsvertrag" mit der kinderkrippe liegt auf dem tisch und ist momentan nichts mehr als ein nutzloses stück papier. er braucht weder ausgefüllt noch unterschrieben werden, denn die stadt muss nochmal nachdenken.
die frage ist doch: haben wir den platz auch wirklich verdient?
ist es nicht vielmehr so, wie mir heute die kinderkrippenplatzzuständige städtische mitarbeiterin telefonisch mitteilte, dass ich ja in elternzeit sei und deshalb keinen platz benötigen würde? wieso will ich überhaupt arbeiten, wo ich doch in elternzeit sei? dann hätte ich mir das doch früher überlegen müssen, in elternzeit zu gehen! und im stillen dachte sie: solche frauen sollten doch besser erst gar keine kinder bekommen...
meine einwände, es sei ja vom gesetzgeber erlaubt, innerhalb der elternzeit bis zu 30 stunden wöchentlich zu arbeiten, werden mit der bemerkung weggewischt, dass sie das nicht interessiert. sie interessiert die tatsächliche arbeitszeit, also die arbeitsstunden, die ich JETZT schon ableiste, die wiederum bitteschön vom arbeitgeber zu bestätigen sind (die mittlerweile vierte bescheinigung vom cheffe, der mich in seinen träumen bestimmt schon auf dem elektrischen stuhl sieht).
die dame geht eben davon aus, dass ich falsche angaben gemacht habe. ich bin in ihren augen ein kinderkrippenplatz-schmarotzer. es sprengt ihre vorstellungskraft, dass man ein einjähriges kind hat, den haushalt schmeißt und noch nebenbei arbeiten kann. ich kann es mir ja manchmal selbst nicht vorstellen.
aber es ist so.

da kann frau von der leyen noch so viel und so schön von der kinder- und familienfreundlichen gesellschaft und politik erzählen.
die realität sieht böse aus, bitterbitterböse.

Sonntag, 16. April 2006

nützliches bienlein

ausnahmslos netten und unkomplizierten osterbesuch gehabt (wobei mich die mitgebrachten geschenke – von mitbringseln kann schon keine rede mehr sein – wieder einmal in arge gewissensnöte stürzten). zurück bleibt auch die erkenntnis, dass zwei kinder im gleichen alter für ein paar stunden recht drollig sind, auf dauer aber sicherlich richtig anstrengend werden können. wie in aller welt machen das eigentlich zwillings-eltern? das eine (heute im übrigen sehr kuschelbedürftige) bienenkind hält uns durch seine pausenlosen versuche, die entdeckung der welt fortan nur noch in der vertikalen vorzunehmen, ausreichend in atem.

der erste geburtstag des bienenkinds gab wiederholt anlass zu zwei fragen:
1. läuft er schon?
2. wann kommt denn das zweite kind?
stets ausweichendes antworten.
auf beide fragen.

ansonsten habe ich den heutigen tag damit verbracht, die begrünung der terrasse zu planen, das arbeitszimmer gründlich aufzuräumen und zu säubern, vier trommeln wäsche zu waschen und aufzuhängen.
ja, ich weiß, es ist ostersonntag, aber es geht doch nichts über das genugtuende gefühl, sich mal wieder richtig nützlich gemacht zu haben.

jetzt aber schnell den weißwein öffnen und es sich mit miss dashwood gemütlich machen.

Freitag, 14. April 2006

die große sause



Montag, 10. April 2006

kulturmenschen

heute im garten rosen geschnitten. das bienenkind sah vom kinderwagen aus neugierig meinem treiben zu, nickte ab und zu ein, war sonnig und zufrieden. ein prachtkerlchen.

anruf von der kinderkrippe: wir haben einen krippenplatz fürs bienenkind. allgemeine freude und erleichterung bei den bienenkind-eltern sowie anlass für ausschweifende gespräche über das natürliche oder widernatürliche am kind-weggeben, am verlassen-werden, über die kulturelle determination der heutigen eltern-kind-beziehungen. mit dem ergebnis: mal gucken, obs dem kleinen in der krippe gefällt.
ich hoffe, ja.

brief von der telekom: sie haben unsere nachricht (welche der 37 seit dezember?) zum anlass genommen, die rechnungsdaten zu prüfen. mit bedauern (!) wird festgestellt, dass uns erhöhte entgelte berechnet wurden. sie bitten, das zu entschuldigen (hm, überlege ich mir noch).
ein brief ohne unterschrift. eigentlich doch unverzeihlich.
das ist auch kulturelle determination.

Samstag, 8. April 2006

frühlingsgefühle














Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten -
dürfen ihn einmal sehn.

R. M. Rilke





Donnerstag, 6. April 2006

sensibelchen unter sich

gerade sehe ich, dass auch frau julies sensibilität hart auf die probe gestellt wurde (und wird).

weiterbildende maßnahmen

willkommen zur woche der weiterbildung bei der bienenkönigin:

1. wir bemühen uns um mehr sensibilität im umgang mit uns nahen personen.

2. wir bemühen uns, das gelbe untersuchungsheft des kindes in die schublade zu legen und es weder für eine 12stündige lyriklesung unter freunden zu benutzen noch es zu verbrennen.

3. wir bemühen uns, schlimme wörter aus o.g. gelben untersuchungsheft nicht mehr zu googeln.

Dienstag, 4. April 2006

halt geben


beeindruckende neue perspektiven.
fürs bienenkind und für die bienenmama.

er steht. relativ sicher.
mama gibt noch halt.
im eigentlichen und übertragenen wortsinn.
wie lange noch?

Montag, 3. April 2006

kissen und sprengstoffgürtel

ein paar tage vor seinem 1. geburtstag zeigt uns das bienenkind mit allen ihm zu gebote stehenden kräften (wutausbrüche, brüllattacken, körper steif machen, kopf auf den boden schlagen), dass es kein baby mehr ist und sein will.
wir versuchen das alles noch mit der uns bislang eigenen gelassenheit und duldsamkeit zu überstehen und machen uns, wenn wir abends mit gekrümmten körpern und gebeugten häuptern - der völligen körperlichen erschöpfung nahe - beim abendbrot sitzen, klar, dass dies nur eine phase ist. sein kann. sein muss.
über den möglichen zeitraum dieser phase reden wir nicht.
um uns oben genannte gelassenheit zu bewahren.
es ist wie ein kissen, in das man sich krallt, um noch etwas zu haben, an das man sich ankuscheln kann, das einen beruhigt.

habe heute morgen wiederholt rumtelefoniert und versucht, eine geeignete krabbelgruppe zu finden. nix. gar nix. werde weiter telefonieren.

telekom, teil 4:
habe mahnung über 489 euro und ein paar zerquetschte erhalten.
bilder von attentätern mit sprengstoffgürteln kommen mir vor augen.
nach mehreren langen telefonaten habe ich jetzt eine "bearbeitungsnummer" zu meinem "vorgang". bin mir gar nicht mehr sicher, ob das nun etwas gutes ist.
fortsetzung folgt in jedem falle, da bin ich mir sicher.

text des tages: "bin doch gestern erst geborn, und seit kurzem kann ich gehn, hab mein gleichgewicht verlorn, und kann trotzdem grade stehn" rosenstolz

Donnerstag, 30. März 2006

schubladen

heute morgen durch strömenden regen mit kinderwagen (bienenkind bekam unter der regenplane einen schreianfall, beruhigte sich dann aber und schaute mich später nur noch verwundert an) zum kinderarzt.
u6.
von dieser wieder zurück im strömenden regen nach hause. bienenkind schlief unter der regenplane, schniefte ab und zu im traum, in dem es sicher die vorangegangene behandlung und impfung erst einmal verarbeiten musste.
das musste ich auch.
eine merkwürdige untersuchung. das kind sollte auf einer grünen matte sitzen und spielen, in einem zimmer, das es nicht kannte, zusammen mit menschen, die es nicht kannte (bzw. an die es sich nicht erinnern konnte), mit spielzeug, das es nicht kannte. was anderes erwartet eigentlich der arzt, als das dieses kind mörderlich zu brüllen anfängt? schon mal was von fremdeln gehört?
aber nicht doch, mein kind ist irritabel, leicht aufzuregen, überhaupt zurück in der motorischen entwicklung. gleich mal eine 6 fürs klassenbuch, äh, in dem fall eine 16 ins schöne gelbe untersuchungsbuch. nur weil es mit angewinkelten statt mit gestreckten beinen sitzt. weil es robbt statt krabbelt. weil es noch wacklig steht anstatt sicher.
nunja.
mein kind guckt gerne bilderbücher an, baut türmchen, räumt schubladen aus.
es testet die schwerkraft, die geduld von mama, die einzelnen stimmlagen von bass bis sopran.
es schaut gern zum fenster raus, wird gern durchgekrabbelt, redet wie ein wasserfall, in seiner ganz eigenen beeindruckenden sprache.
morgens nach dem aufwachen begrüßt es die eltern mit einem freudenschrei, nach dem mittagsschlaf ist es immer ganz verpennt und lehnt sich erstmal an die schulter von mama oder papa.
mein kind ist fröhlich und lieb.
mein kind quengelt auch und weint und schreit, wenn etwas nicht so läuft wie von ihm geplant.
mein kind ist einzigartig.
kein arzt fragt danach.
jeder mensch muss immer in irgendwelche schubladen passen. wieso beschützen wir nicht unsere kinder vor diesen schubladen und geben ihnen einfach sechs jahre (kurz genug - bis zur einschulung) zeit, einfach sie selbst zu sein?

aufblühen

wenn ich meinen sohn abends ins bett gebracht habe, ist es immer noch hell.
die krokusse blühen, die schneeglöckchen, die osterglocken und tulpen bald auch.
seit ein paar tagen kommt der eismann wieder regelmäßig.

es ist frühling.

und plötzlich macht es mir nichts mehr aus, "häschen in der grube" zum 126. mal zu singen, dem kind beim testen der schwerkraft zuzusehen (die butterstulle könnte ja auch nach oben fliegen, wenn man sie beherzt loslässt), alle zwei minuten neue türmchen zu bauen, die dann mit freudengeschrei umgeschmissen werden, das kind 32 mal vom antennenkabel wegzuzerren.

die unteren backenzähne sind im anmarsch. die stehen wir jetzt auch noch durch.
es ist ja frühling.

Montag, 20. März 2006

telekom, teil 3

samstag morgen:
"ergebnis des verbindungsaufbaus: ihr t-online-zugang wurde gesperrt."

ganz ganz schlampige impulskontrolle.


ich wäre so gerne auf der buchmesse gewesen. ich beneide alle, die dagewesen sind. als buchhändler, verleger, autoren, besucher, leseratten. im oktober wird es voraussichtlich auch wieder nichts. also warten bis zum nächsten bücherfrühling.

frühling? frühling!!

Freitag, 17. März 2006

telekom, teil 2, oder: schlampige impulskontrolle

heute wieder bei der telekom angerufen.
ICH: ich sollte mich nochmals melden wegen unserer märz-rechnung.
SIE: was ist mit ihrer märz-rechnung?
ICH: die will ich reklamieren, denn es taucht erneut ein posten "dsl-grundgebühr" auf.
SIE: ja?
ICH: wir haben aber kein dsl. das habe ich seit januar schon mehrfach mitgeteilt.
SIE: doch, sie haben dsl.
ICH: nein, haben wir nicht.
SIE: doch, es steht hier.
ICH: es ist aber falsch.
SIE: machen sie doch ihre reklamation schriftlich.
ICH: nehmen sie doch einfach dieses verfluchte dsl aus unseren rechnungsdaten.
SIE: hier bin ich nicht befugt. bitte reklamieren sie schriftlich.
ICH: ich bin erschöpft.
SIE: das tut mir leid, aber ich kann ihnen hier leider nicht weiterhelfen.

immerhin erwirkte ich eine "zahlungs- und mahnsperre".
fortsetzung folgt.

ich erinnere mich, wie einmal george clooney in "emergency room" einen mann vermöbelte, der seinen sohn geschlagen hatte. und der oberarzt oder so ähnlich sieht das und schickt clooney zum psychiater. der psychiater sagt zu clooney: vielen dank, dass sie kommen konnten. sie sind ein mann mittleren alters mit schlampiger impulskontrolle. jetzt sagen sie nur, dass sie das niemals wieder tun und sie können gehen. danke.

meine impulskontrolle wird auch zunehmend schlampig.

Donnerstag, 16. März 2006

edel sei der mensch, hilfreich und gut, TEIL 2

es geht noch schlimmer.
es geht immer noch viel viel schlimmer.
was, liebe freunde, ist mein ärger mit der deutschen telekom gegen das.

ein deutsches (winter)märchen.
bedankt euch bei else.
Lilypie Fünfter Ticker