das bienenkind hat heute - natürlich unter mordsmäßigem gebrüll - seine zweite mumps-masern-röteln-impfung (unter mamapapafachleuten: mmr) erhalten, gleich zusammen mit der windpocken-impfung.
über den ersten stich hat er sich so aufgeregt, dass er den zweiten gar nicht bemerkt hat.
bis jetzt zeigt er keine impfreaktion; hoffen wir, dass es so bleibt.
jetzt stehen noch an: zweimal pneumokokken-impfung und einmal meningokokken-impfung. letzterer erreger ist zwar sehr selten, aber dafür umso gefährlicher: bei meningokokken-infektion geht es dem betroffenen kind innerhalb von stunden sehr schlecht, in der hälfte aller fälle führt die infektion sogar zum tod. also werden wir das kindlein auch dagegen impfen lassen.
dann wäre der impfmarathon auch (erst einmal) zu ende.
heute hat sich im übrigen mal wieder meine these bestätigt, dass die ärmsten menschen am spendabelsten, generösesten (gibts das, s.?) sind.
und ich habe (ebenfalls mal wieder) die erkenntnis gewonnen, dass mit den geschenken gottes (dem wirklich spendabelsten aller spender, wenn man so will) sorgsam und dankbar und in demut umzugehen ist. und es IST ein geschenk, KEINE alleinerziehende mutter von drei kindern zu sein, von denen eines schwer behindert ist. eine solche mama habe ich heute gesprochen, und ich weiß ehrlich nicht, wie sie es schafft. ich glaube, sie weiß es auch nicht.
Mittwoch, 29. November 2006
Montag, 27. November 2006
ende der fahnenstange
ergänzend zum vorletzten beitrag (angestachelt durch das heutige telefonat, liebe s.) muss ich noch eine bemerkung anfügen, die letztens eine freundin (mit gleichaltrigem sohn) machte: "meistens sind sie (die lieben kleinen strolche) kooperativ, aber es gibt auch tage, da sind sie ziemlich unkooperativ."
unkooperativ kann heißen, dass es absolut lästig sein kann, schuhe anzuziehen, wenn man raus in den garten will. es könnte ja auch mit strümpfen gehen. schlimm, wenn man so spießige eltern hat.
es ist manchmal auch dem bienenkind kaum zuzumuten, länger als zwei minuten auf seinen morgen-kakao zu warten. und wehe, wenn das bestreichen des brotes mit teewurst noch länger dauert. dann ist ende der fahnenstange.
ebenso verhält es sich, wenn man leicht (!) unwillig ist, das buch von der raupe nimmersatt zum achthundertdreiundzwanzigsten mal vorzulesen und den kleinen bienenkind-finger durch die löcher zu stecken. da wird geweint, gequengelt, gemeckert und ein seltsamer lauter knatterton von sich gegeben. da wird man so lange durch anhaltendes betteln weichgeklopft, bis man seufzend zurück in die kissen der mittlerweile eigens für das kindlein eingerichteten kuschel-bilderbücher-ecke sinkt.
das nur mal am rande.
aber irgendwie ist es ja auch drollig. und schön. und witzig. und manchmal auch zum schreien komisch.
jetzt aber ab ins bett.
und wie das bienenkindlein von raupe nimmersatt träumen.
unkooperativ kann heißen, dass es absolut lästig sein kann, schuhe anzuziehen, wenn man raus in den garten will. es könnte ja auch mit strümpfen gehen. schlimm, wenn man so spießige eltern hat.
es ist manchmal auch dem bienenkind kaum zuzumuten, länger als zwei minuten auf seinen morgen-kakao zu warten. und wehe, wenn das bestreichen des brotes mit teewurst noch länger dauert. dann ist ende der fahnenstange.
ebenso verhält es sich, wenn man leicht (!) unwillig ist, das buch von der raupe nimmersatt zum achthundertdreiundzwanzigsten mal vorzulesen und den kleinen bienenkind-finger durch die löcher zu stecken. da wird geweint, gequengelt, gemeckert und ein seltsamer lauter knatterton von sich gegeben. da wird man so lange durch anhaltendes betteln weichgeklopft, bis man seufzend zurück in die kissen der mittlerweile eigens für das kindlein eingerichteten kuschel-bilderbücher-ecke sinkt.
das nur mal am rande.
aber irgendwie ist es ja auch drollig. und schön. und witzig. und manchmal auch zum schreien komisch.
jetzt aber ab ins bett.
und wie das bienenkindlein von raupe nimmersatt träumen.
Sonntag, 26. November 2006
besinnliches zum ausklang des totensonntags
sie gingen heim am straßenrand,
dann hielt er nur noch ihre hand.
aus: six feet under
dann hielt er nur noch ihre hand.
aus: six feet under
wunder
zu später stunde ein großes "hallo, ich bin wieder unter den lebenden".
es geht wieder bergauf, und für kurze zeit kann sogar die gewissheit verblassen, dass hinter dem berg wieder ein tal kommt. aber es muss ja nicht das tiefe, tiefe tal sein, wo die zwei hasen sitzen, die das gras bis auf den rasen abfressen und die der jäger erschießt und die dann schließlich doch am leben sind.
ich schweife ab.
im übrigen soll einmal gesagt sein, dass es einfach nicht stimmt, dass das erste lebensjahr das aufregendste sei.
natürlich ist da dieser gewaltige unterschied zwischen dem neugeborenen hilflosen wesen, dass wie ein stück brot im arm liegt, und dem motorisch agilen einjährigen kind. aber das ist ja nur äußerlich.
was wir im augenblich erleben, ist ungleich aufregender, tiefgreifender, berührender, atemberaubender: wie das bienenkind jeden tag wörter mit begriffen verbindet, sich dinge einprägt, strukturen und abläufe verinnerlicht, ein wissen erwirbt, abstrahieren kann (z.b. auf die katze auf der straße zeigt und dann auf die katze im bilderbuch, die ganz anders aussieht - und dabei einen jauchzer von sich gibt).
es ist einfach nur rührend zu sehen, wie unser sohn selbst abends die waschschüssel zum tisch trägt; wie er ins taschentuch schnaubt, wenn man ihn darum bittet; wie er mit freudengebrüll selbst das lätzchen holt und den hochstuhl an den tisch schiebt, wenn man sagt, dass es essen gibt; wie er die stiefelchen holt, wenn man mit ihm hinausgehen möchte; wie er sich auf die große kuscheldecke neben uns legt; mit welcher hingabe und andacht er bilderbücher ansehen kann, derzeit immer und immer wieder; wie er geschichten lauscht, als würde er bereits alle kennen und verstehen; wie er zu musik und auch ohne musik tanzen kann; wie er am nachmittag minutenlang zum fenster hinausschauen kann in die dunkelheit und ganz versunken und verträumt wirkt; wie er betteln kann, damit man mit ihm zusammen ein bestimmtes buch zum fünfzigsten mal ansieht; wie er auf alles zeigt und "dasz da" oder "dette" oder "ditte" sagt und erwartet, dass man sagt: "das ist ...".
sicher habe ich die hälfte vergessen.
aber ist das nicht alles ein wunder? und woher kommt das? war dieses kind wirklich mal in meinem bauch? wo ist das baby geblieben?
es geht wieder bergauf, und für kurze zeit kann sogar die gewissheit verblassen, dass hinter dem berg wieder ein tal kommt. aber es muss ja nicht das tiefe, tiefe tal sein, wo die zwei hasen sitzen, die das gras bis auf den rasen abfressen und die der jäger erschießt und die dann schließlich doch am leben sind.
ich schweife ab.
im übrigen soll einmal gesagt sein, dass es einfach nicht stimmt, dass das erste lebensjahr das aufregendste sei.
natürlich ist da dieser gewaltige unterschied zwischen dem neugeborenen hilflosen wesen, dass wie ein stück brot im arm liegt, und dem motorisch agilen einjährigen kind. aber das ist ja nur äußerlich.
was wir im augenblich erleben, ist ungleich aufregender, tiefgreifender, berührender, atemberaubender: wie das bienenkind jeden tag wörter mit begriffen verbindet, sich dinge einprägt, strukturen und abläufe verinnerlicht, ein wissen erwirbt, abstrahieren kann (z.b. auf die katze auf der straße zeigt und dann auf die katze im bilderbuch, die ganz anders aussieht - und dabei einen jauchzer von sich gibt).
es ist einfach nur rührend zu sehen, wie unser sohn selbst abends die waschschüssel zum tisch trägt; wie er ins taschentuch schnaubt, wenn man ihn darum bittet; wie er mit freudengebrüll selbst das lätzchen holt und den hochstuhl an den tisch schiebt, wenn man sagt, dass es essen gibt; wie er die stiefelchen holt, wenn man mit ihm hinausgehen möchte; wie er sich auf die große kuscheldecke neben uns legt; mit welcher hingabe und andacht er bilderbücher ansehen kann, derzeit immer und immer wieder; wie er geschichten lauscht, als würde er bereits alle kennen und verstehen; wie er zu musik und auch ohne musik tanzen kann; wie er am nachmittag minutenlang zum fenster hinausschauen kann in die dunkelheit und ganz versunken und verträumt wirkt; wie er betteln kann, damit man mit ihm zusammen ein bestimmtes buch zum fünfzigsten mal ansieht; wie er auf alles zeigt und "dasz da" oder "dette" oder "ditte" sagt und erwartet, dass man sagt: "das ist ...".
sicher habe ich die hälfte vergessen.
aber ist das nicht alles ein wunder? und woher kommt das? war dieses kind wirklich mal in meinem bauch? wo ist das baby geblieben?
Freitag, 17. November 2006
fragen sie ihren arzt oder apotheker
spätestens, wenn auf der ablage über dem waschbecken eine packung aktren neben diclofenac und japanischem heilpflanzenöl steht - hübsch anzusehen und allzeit griffbereit -, sollte man sich vermutlich fragen, ob man den täglichen aufgaben des lebens gewachsen ist.
wenn sich, wie im falle der bienenkönigin, noch beachtliche kopf- und rückenschmerzen hinzu gesellen, ist die versuchung groß, morgens überhaupt nicht mehr aufzustehen.
wie sagte neulich ein freund: wenn man kinder hat, und man morgens aufwacht, und es tut einem nichts mehr weh - dann ist man tot.
aber durch den schmerz hindurch ist da ja ein tunnel, und vielleicht auch ein licht.
in zwei wochen ist erster advent, liebe leute.
wenn sich, wie im falle der bienenkönigin, noch beachtliche kopf- und rückenschmerzen hinzu gesellen, ist die versuchung groß, morgens überhaupt nicht mehr aufzustehen.
wie sagte neulich ein freund: wenn man kinder hat, und man morgens aufwacht, und es tut einem nichts mehr weh - dann ist man tot.
aber durch den schmerz hindurch ist da ja ein tunnel, und vielleicht auch ein licht.
in zwei wochen ist erster advent, liebe leute.
Freitag, 10. November 2006
spiel mir das lied vom tod
heute, beim harken des laubes im vorgarten (derzeitige top-beschäftigung, hab ja auch sonst nix zu tun), ist mir ein toter vogel vor die füße gepurzelt. nach einer kurzen ekel-sekunde beugte ich mich hinunter zu dem armen geschöpf und hielt ein wenig andacht. die sonne schien mir in den nacken, als ich schließlich ein kleines grab aushob, den vogel von meiner schaufel hineinplumpsen ließ, erde draufschüttete und dann, nach kurzem stillen gebet, den vogel in frieden ruhen ließ.
aber das sollte es nicht gewesen sein.
lieber gott, musste das sein...?
als ich - nach beendigung meiner gärtnerischen aktivitäten - wieder zur terrasse zurückging, lag da wieder ein toter vogel.
dachte ich jedenfalls.
das schlimme war, dass der tote vogel gar nicht tot war.
plötzlich zappelte er ein bisschen, fiepte dabei ganz fürchterlich, mit seltsam verdrehten kopf und die beinchen gen himmel verkrümmt, um danach wieder in starre zu verfallen.
was tun? ich stand da, unschlüssig, den tränen nahe, hatte mitleid und war doch unfähig zu handeln. erschlagen? ertränken? lebendig begraben? kann ich alles nicht, dachte ich, und doch muss ich jetzt diesen vogel vom leben zum tode befördern, wenn ich ihn nicht noch endlos leiden lassen will. schrecklich.
nach einigen minuten (gefühlten stunden), holte ich meinen spaten und näherte mich dem armen geschöpf. just in diesem augenblick wollte er sich wieder auf seine beinchen stellen, die sofort wegknickten, der kopf war immer noch seltsam verdreht, das fiepen unerträglich, und er fiel wieder auf den rücken.
ich atmete tief durch, lud das vögelchen (es war eine meise) auf meinen spaten, ging mit ihm in die hinterste ecke des gartens und grub auch dort ein grab, legte es ab, bedeckte es mit laub, und... schlug es tot.
jetzt fühle ich mich wie eine mörderin, die lebenslänglich wegen besonderer schwere der schuld kriegen sollte. und das, obwohl ich weiß, dass es richtig war. aber hier schlägt mal wieder wie so oft die emotionalität der rationalität ein schnippchen.
und schließlich, dachte ich, möchte man ja selbst auch, dass, wenn es mit einem einmal weniger schön zu ende geht, jemand den mut hat, den spaten zu nehmen und zuzuschlagen. im übertragenen sinne natürlich.
naja, wozu hat man kinder.
*sagt die bienenkönigin und gönnt sich zum schluss ein bisschen sarkasmus*
gute nacht!
aber das sollte es nicht gewesen sein.
lieber gott, musste das sein...?
als ich - nach beendigung meiner gärtnerischen aktivitäten - wieder zur terrasse zurückging, lag da wieder ein toter vogel.
dachte ich jedenfalls.
das schlimme war, dass der tote vogel gar nicht tot war.
plötzlich zappelte er ein bisschen, fiepte dabei ganz fürchterlich, mit seltsam verdrehten kopf und die beinchen gen himmel verkrümmt, um danach wieder in starre zu verfallen.
was tun? ich stand da, unschlüssig, den tränen nahe, hatte mitleid und war doch unfähig zu handeln. erschlagen? ertränken? lebendig begraben? kann ich alles nicht, dachte ich, und doch muss ich jetzt diesen vogel vom leben zum tode befördern, wenn ich ihn nicht noch endlos leiden lassen will. schrecklich.
nach einigen minuten (gefühlten stunden), holte ich meinen spaten und näherte mich dem armen geschöpf. just in diesem augenblick wollte er sich wieder auf seine beinchen stellen, die sofort wegknickten, der kopf war immer noch seltsam verdreht, das fiepen unerträglich, und er fiel wieder auf den rücken.
ich atmete tief durch, lud das vögelchen (es war eine meise) auf meinen spaten, ging mit ihm in die hinterste ecke des gartens und grub auch dort ein grab, legte es ab, bedeckte es mit laub, und... schlug es tot.
jetzt fühle ich mich wie eine mörderin, die lebenslänglich wegen besonderer schwere der schuld kriegen sollte. und das, obwohl ich weiß, dass es richtig war. aber hier schlägt mal wieder wie so oft die emotionalität der rationalität ein schnippchen.
und schließlich, dachte ich, möchte man ja selbst auch, dass, wenn es mit einem einmal weniger schön zu ende geht, jemand den mut hat, den spaten zu nehmen und zuzuschlagen. im übertragenen sinne natürlich.
naja, wozu hat man kinder.
*sagt die bienenkönigin und gönnt sich zum schluss ein bisschen sarkasmus*
gute nacht!
Donnerstag, 9. November 2006
soeben gesehen...
... in einem fernsehbericht über tagesväter (ja, männer, die tagesmutter-jobs machen, sowas gibt es...): ein kind mit einem hübschen blauen t-shirt, das die aufschrift trägt: ich bin ein fulltime job.
ich kenne mindestens ein dutzend leute, die sowas sicher auch gerne ihren lieben kindlein überstülpen möchten. obs mengenrabatt gibt? einfach im kommentar anmelden!
blau steht dem bienenkindlein sicher fantastisch.
ich kenne mindestens ein dutzend leute, die sowas sicher auch gerne ihren lieben kindlein überstülpen möchten. obs mengenrabatt gibt? einfach im kommentar anmelden!
blau steht dem bienenkindlein sicher fantastisch.
gesegnete tage
ereignisreiche tage liegen hinter der bienenfamilie:
tage mit zahnfieber (wir begrüßen die hinteren backenzähne mit einem freundlichen "hallo"), das zyklisch alle zwei tage wiederkehrte und uns schlaflose nächte bescherte (man ist es einfach nicht mehr gewöhnt, wirklich nicht); tage mit schrammen an stirn, nase und kinn (weil das bienenkind jetzt rennt, obwohl es noch nicht richtig rennen kann, und hinfällt, obwohl es das fallen noch nicht beherrscht); und tage, die gefüllt sind mit all dem anderen kram, mit dem sich jeder so mehr oder weniger rumschlägt: briefe an unfreundliche zeitgenossen schreiben, bestimmte kindersachen suchen und sie nicht finden, am pfandautomaten im supermarkt verzweifeln, sich über kollegen ärgern, schrammen im parkett entdecken, säcke mit rindenmulch in den garten schleppen, berge von wäsche waschen, aufhängen, abhängen, zusammenlegen (ein meditativer kreislauf, der nie nicht niemals unterbrochen werden darf). schön sind auch: leere obstgläser, die auf dem küchenboden in tausend einzelne glassplitterchen zerbersten (jetzt, zwei tage danach findet man immer noch dieses oder jenes kleine stück, vorzugsweise im brotkasten - ja, die können auch hochspringen, die fiesen teilchen - oder in den hausschuhen); angetrocknete grießbreireste auf hochstuhl und fußboden (dieses zeugs wird den dritten weltkrieg überstehen); und: *schnief* prinzipiell die immer wiederkehrenden (zyklisch, s.o.) gefühle des versagens und des "nicht-mehr-in-den-griff-bekommens", ach, ich habe immer noch nicht das deckblatt für die krippen-mappe gemacht, und die fotos sind immer noch nicht eingeklebt, und das bad ist zwei wochen lang nicht geputzt worden, und im wohnzimmer liegt überall staub auf den bücherregalen, wo ist eigentlich der zweite bienenkind-schuh?, wieso liegt denn die schwarze bienenpapa-socke auf der zimmerpflanze?, achso, die gehört dahin, liebes kindchen? na, dann...
gut, es gibt ja auch noch anderes.
zum beispiel am letzten sonntag:
einen wunderschönen kindergottesdienst für die kleinen und kleinsten, organisiert und mitgestaltet von der kita.
während des gottesdienstes wurde unser kleiner murkel gesegnet.
und als der pfarrer seine hände über seinen kopf hielt und die folgenden worte sagte, da wurde mir ganz weich und bang und warm und weh von diesem großen ganzen, und ich hielt den kleinen schatz ganz fest, während die tränchen kullerten, meine natürlich. das murkelchen beschränkte sich darauf, den pfarrer mit weit aufgerissenen augen anzuschauen...
Der Herr beschütze dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.
Amen
Gott, der Herr, sei vor dir,
um dir den richtigen Weg zu zeigen.
Er sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir,
um dir den Rücken zu stärken für den aufrechten Gang.
Er sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst.
Der Herr sei in dir,
um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Er sei über dir,
um dich jeden Augenblick mit seiner Nähe zu erfreuen.
So segne dich der gütige Gott.
Amen
tage mit zahnfieber (wir begrüßen die hinteren backenzähne mit einem freundlichen "hallo"), das zyklisch alle zwei tage wiederkehrte und uns schlaflose nächte bescherte (man ist es einfach nicht mehr gewöhnt, wirklich nicht); tage mit schrammen an stirn, nase und kinn (weil das bienenkind jetzt rennt, obwohl es noch nicht richtig rennen kann, und hinfällt, obwohl es das fallen noch nicht beherrscht); und tage, die gefüllt sind mit all dem anderen kram, mit dem sich jeder so mehr oder weniger rumschlägt: briefe an unfreundliche zeitgenossen schreiben, bestimmte kindersachen suchen und sie nicht finden, am pfandautomaten im supermarkt verzweifeln, sich über kollegen ärgern, schrammen im parkett entdecken, säcke mit rindenmulch in den garten schleppen, berge von wäsche waschen, aufhängen, abhängen, zusammenlegen (ein meditativer kreislauf, der nie nicht niemals unterbrochen werden darf). schön sind auch: leere obstgläser, die auf dem küchenboden in tausend einzelne glassplitterchen zerbersten (jetzt, zwei tage danach findet man immer noch dieses oder jenes kleine stück, vorzugsweise im brotkasten - ja, die können auch hochspringen, die fiesen teilchen - oder in den hausschuhen); angetrocknete grießbreireste auf hochstuhl und fußboden (dieses zeugs wird den dritten weltkrieg überstehen); und: *schnief* prinzipiell die immer wiederkehrenden (zyklisch, s.o.) gefühle des versagens und des "nicht-mehr-in-den-griff-bekommens", ach, ich habe immer noch nicht das deckblatt für die krippen-mappe gemacht, und die fotos sind immer noch nicht eingeklebt, und das bad ist zwei wochen lang nicht geputzt worden, und im wohnzimmer liegt überall staub auf den bücherregalen, wo ist eigentlich der zweite bienenkind-schuh?, wieso liegt denn die schwarze bienenpapa-socke auf der zimmerpflanze?, achso, die gehört dahin, liebes kindchen? na, dann...
gut, es gibt ja auch noch anderes.
zum beispiel am letzten sonntag:
einen wunderschönen kindergottesdienst für die kleinen und kleinsten, organisiert und mitgestaltet von der kita.
während des gottesdienstes wurde unser kleiner murkel gesegnet.
und als der pfarrer seine hände über seinen kopf hielt und die folgenden worte sagte, da wurde mir ganz weich und bang und warm und weh von diesem großen ganzen, und ich hielt den kleinen schatz ganz fest, während die tränchen kullerten, meine natürlich. das murkelchen beschränkte sich darauf, den pfarrer mit weit aufgerissenen augen anzuschauen...
Der Herr beschütze dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.
Amen
Gott, der Herr, sei vor dir,
um dir den richtigen Weg zu zeigen.
Er sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir,
um dir den Rücken zu stärken für den aufrechten Gang.
Er sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst.
Der Herr sei in dir,
um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Er sei über dir,
um dich jeden Augenblick mit seiner Nähe zu erfreuen.
So segne dich der gütige Gott.
Amen
Samstag, 4. November 2006
noch ein stöckchen ...
... das ich verschlafen habe.
also *räusper*:
5 dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
- gesundheit für meine freundin
- ein klavier
- ein auto
- einen bedeutend besser bezahlten job
- urlaub auf p. (jetzt-sofort!)
5 dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:
- 10 kg zu viel auf den rippen
- ungeduld und von zeit zu zeit etwas zickenhaftes
- eine schwäche für hollywood-kitsch-filme
- löcher in den strümpfen
- einen berg fotos, die noch ins babyalbum eingeklebt werden müssen
5 dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
- krankheit und anderweitige versehrtheit
- ein kinderloses single-dasein (na gut, der zug ist eh abgefahren)
- einen job mit vielen dienstreisen
- falsche freunde
- ein maß- und zügelloses leben
5 dinge, die ich habe und nicht mehr missen möchte:
- mein bienenkindlein
- meinen mann (wenn man beide unter "dinge" verbuchen darf/kann)
- gesundheit
- unsere große wohnung samt garten und terrasse
- eine geschirrspülmaschine
5 menschen, die dies noch nicht beantwortet haben, von denen ich mir das aber wünsche:
wer will, wer will, wer hat noch nicht?
eigentlich ein gutes stöckchen. vielleicht gerade weil man nachdenken muss und es nicht so rotzig runtertippen kann.
also *räusper*:
5 dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
- gesundheit für meine freundin
- ein klavier
- ein auto
- einen bedeutend besser bezahlten job
- urlaub auf p. (jetzt-sofort!)
5 dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:
- 10 kg zu viel auf den rippen
- ungeduld und von zeit zu zeit etwas zickenhaftes
- eine schwäche für hollywood-kitsch-filme
- löcher in den strümpfen
- einen berg fotos, die noch ins babyalbum eingeklebt werden müssen
5 dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
- krankheit und anderweitige versehrtheit
- ein kinderloses single-dasein (na gut, der zug ist eh abgefahren)
- einen job mit vielen dienstreisen
- falsche freunde
- ein maß- und zügelloses leben
5 dinge, die ich habe und nicht mehr missen möchte:
- mein bienenkindlein
- meinen mann (wenn man beide unter "dinge" verbuchen darf/kann)
- gesundheit
- unsere große wohnung samt garten und terrasse
- eine geschirrspülmaschine
5 menschen, die dies noch nicht beantwortet haben, von denen ich mir das aber wünsche:
wer will, wer will, wer hat noch nicht?
eigentlich ein gutes stöckchen. vielleicht gerade weil man nachdenken muss und es nicht so rotzig runtertippen kann.
Freitag, 3. November 2006
klitzekleine herbstdepression
es herbstet sehr.
das bienenkindlein ist immer noch ein husten-und-triefnasen-kindlein. die kleenextücher-hersteller dürfen sich die hände reiben - sie werden reich durch uns.
sandkästen werden durch orkanböen malträtiert, blumen erfrieren, ganz zu schweigen von den rosenknospen. man verbringt stunden damit, die wintersachen aus- und die sommersachen wegzuräumen. klingt einfach, ist aber ein höchst komplizierter vorgang (sagt übrigens auch lisa schwarz in "dating lisa").
das bienenkindlein besitzt nun gummistiefel und matschhose.
und dann die unmengen an laub, die man jeden tag wegharken muss.
irgendwie habe ich das gar nicht alles so schnell gewollt. man fühlt sich vom herbst ein bisschen überrannt. oder hat der winter den herbst überrannt?
die papierstapel auf dem schreibtisch wachsen in gigantische höhen. frage am rande: wäre es - rein theoretisch - möglich, dass irgendwann die papierschichten, die zuunterst liegen, einfach vergammeln, verwesen, sich in staub zerkrümeln? wie lange sollte ich noch warten?
der ehegatte und bienenpapa ist gerade mit dem taxi zum arzt gefahren, um dort klären zu lassen, warum ihm sein rechtes knie weh tut. bloß krankschreiben darf der doc ihn nicht, dann wirds brenzlig.
die bienenmama ist aber gesund und hält die stellung.
und bleibt tapfer.
ja.
so.
das bienenkindlein ist immer noch ein husten-und-triefnasen-kindlein. die kleenextücher-hersteller dürfen sich die hände reiben - sie werden reich durch uns.
sandkästen werden durch orkanböen malträtiert, blumen erfrieren, ganz zu schweigen von den rosenknospen. man verbringt stunden damit, die wintersachen aus- und die sommersachen wegzuräumen. klingt einfach, ist aber ein höchst komplizierter vorgang (sagt übrigens auch lisa schwarz in "dating lisa").
das bienenkindlein besitzt nun gummistiefel und matschhose.
und dann die unmengen an laub, die man jeden tag wegharken muss.
irgendwie habe ich das gar nicht alles so schnell gewollt. man fühlt sich vom herbst ein bisschen überrannt. oder hat der winter den herbst überrannt?
die papierstapel auf dem schreibtisch wachsen in gigantische höhen. frage am rande: wäre es - rein theoretisch - möglich, dass irgendwann die papierschichten, die zuunterst liegen, einfach vergammeln, verwesen, sich in staub zerkrümeln? wie lange sollte ich noch warten?
der ehegatte und bienenpapa ist gerade mit dem taxi zum arzt gefahren, um dort klären zu lassen, warum ihm sein rechtes knie weh tut. bloß krankschreiben darf der doc ihn nicht, dann wirds brenzlig.
die bienenmama ist aber gesund und hält die stellung.
und bleibt tapfer.
ja.
so.

(das dach war natürlich UNTEN und BEFESTIGT!!)
Mittwoch, 1. November 2006
elternstöckchen
nun ich also auch noch - ein elternstöckchen, gefangen von mama schwaner.
wolltest du schon immer ein kind?
ja. eigentlich immer noch mehrere.
was meinte damals der papa des kindes dazu?
der wollte noch viel früher als ich kinder haben und hat dementsprechend erst einmal vor rührung geheult.
wann hast du dich dann doch für ein kind entschieden?
siehe oben. ich hatte mich immer schon für kinder entschieden. und 2005 wollte dann das bienenkindlein eben auf die welt.
gibt es jemanden, der behauptet, er wäre "schuld" daran, dass du ein kind bekommen hast?
ja, der kindsvater.
wie alt warst du bei der geburt deines ersten kindes?
29
gibt es etwas, was du einer angehenden mutter als ratschlag mitgeben würdest?
ganz viele ratschläge, aber es ist und bleibt ja ein learning by doing.
hauptsächlich: auf das kind hören, auf sich selbst hören. dem muttergefühl 100prozentig vertrauen. eigene mutter und schwiegermutter notfalls aus der wohnung werfen, wenn man sich von deren hilfe und ratschlägen bedrängt und genötigt fühlt. aber auch: um hilfe bitten, wenn man das gefühl hat, den boden unter den füßen zu verlieren.
was findest du toll an anderen müttern?
mütter, die balance, zuversicht, ein in-sich-ruhen ausstrahlen.
mütter, die nicht permanent über ihre kinder reden.
mütter, die wie ich mit kinderwagen durch schuhgeschäfte stromern.
welche blöde frage hat man dir als mutter gestellt?
viele, viele.
als werdende mutter: "was wird es denn?" "wie soll es denn heißen?"
als junge mutter: "ist es ein junge oder ein mädchen?" "kann er denn schon laufen?" "ist es normal, dass er so stark fremdelt?" "wann ist denn das zweite kind geplant?"
an wen gibst du das stöckchen weiter?
gibt es jemanden, der es noch nicht hat?
wenn ja, dann bitte nehmen.
wolltest du schon immer ein kind?
ja. eigentlich immer noch mehrere.
was meinte damals der papa des kindes dazu?
der wollte noch viel früher als ich kinder haben und hat dementsprechend erst einmal vor rührung geheult.
wann hast du dich dann doch für ein kind entschieden?
siehe oben. ich hatte mich immer schon für kinder entschieden. und 2005 wollte dann das bienenkindlein eben auf die welt.
gibt es jemanden, der behauptet, er wäre "schuld" daran, dass du ein kind bekommen hast?
ja, der kindsvater.
wie alt warst du bei der geburt deines ersten kindes?
29
gibt es etwas, was du einer angehenden mutter als ratschlag mitgeben würdest?
ganz viele ratschläge, aber es ist und bleibt ja ein learning by doing.
hauptsächlich: auf das kind hören, auf sich selbst hören. dem muttergefühl 100prozentig vertrauen. eigene mutter und schwiegermutter notfalls aus der wohnung werfen, wenn man sich von deren hilfe und ratschlägen bedrängt und genötigt fühlt. aber auch: um hilfe bitten, wenn man das gefühl hat, den boden unter den füßen zu verlieren.
was findest du toll an anderen müttern?
mütter, die balance, zuversicht, ein in-sich-ruhen ausstrahlen.
mütter, die nicht permanent über ihre kinder reden.
mütter, die wie ich mit kinderwagen durch schuhgeschäfte stromern.
welche blöde frage hat man dir als mutter gestellt?
viele, viele.
als werdende mutter: "was wird es denn?" "wie soll es denn heißen?"
als junge mutter: "ist es ein junge oder ein mädchen?" "kann er denn schon laufen?" "ist es normal, dass er so stark fremdelt?" "wann ist denn das zweite kind geplant?"
an wen gibst du das stöckchen weiter?
gibt es jemanden, der es noch nicht hat?
wenn ja, dann bitte nehmen.
Montag, 30. Oktober 2006
für sonne, das geburtstagskind
Der andere Weg
"[...] Zwei Wege boten sich mir dar,
Ich nahm den Weg, der weniger begangen war -
Und das veränderte mein Leben."
nur mut, sonne, nur mut.
*spricht die bienenkönigin mit nachdruck*
"[...] Zwei Wege boten sich mir dar,
Ich nahm den Weg, der weniger begangen war -
Und das veränderte mein Leben."
nur mut, sonne, nur mut.
*spricht die bienenkönigin mit nachdruck*
Sonntag, 29. Oktober 2006
grausame eltern
es soll erwähnt werden, dass der erste versuch, das bienenkindlein aufs töpfchen zu setzen, heute morgen grandios gescheitert ist.
tränen, tränen, tränen.
in die windel kacken ist ja auch viel schöner. dann schmiegt sich das mühsam selbstproduzierte, kostbare "a-a" warm und weich an den hintern. herrlich.
grausame eltern, die dieses gefühl dem kindlein vorenthalten und ihm das "a-a" wegnehmen wollen.
tränen, tränen, tränen.
in die windel kacken ist ja auch viel schöner. dann schmiegt sich das mühsam selbstproduzierte, kostbare "a-a" warm und weich an den hintern. herrlich.
grausame eltern, die dieses gefühl dem kindlein vorenthalten und ihm das "a-a" wegnehmen wollen.
Samstag, 28. Oktober 2006
groß werden heißt...
... sich nach dem baden den schlafanzug selbst aussuchen und aus der schublade holen.

p.s.: die zeichnung rechts an der kommode ist natürlich NICHT vom bienenkindlein, sondern von seiner (fünfjährigen) freundin. ich bin schon glücklich, wenn er mit buntstiften so hantiert, dass keine verletzungen entstehen.

p.s.: die zeichnung rechts an der kommode ist natürlich NICHT vom bienenkindlein, sondern von seiner (fünfjährigen) freundin. ich bin schon glücklich, wenn er mit buntstiften so hantiert, dass keine verletzungen entstehen.
überfluten
die vor stolz geschwellte und mit glückseligkeit überflutete bienenmutterbrust darf verkünden:
1. das kindlein isst selbst mit dem löffel, mittlerweile wirklich ganz allein - heute abend erst wieder einen ganzen tiefen teller mit grießbrei (darf ich vorstellen: mein kind, spitzname: fressack: man nehme einen halben liter milch und viiiel grieß...)
2. das kindlein kann sich bücken und wieder aufrichten, ohne abstützen.
3. das kindlein kann, was noch viel besser ist, in die knie gehen, ohne mit dem popo den boden zu berühren, etwas aufheben und sich wieder aufrichten.
4. das kindlein hat eine neue motorische phase eröffnet: es läuft nicht mehr, es rennt (und fällt wieder öfter hin).
5. das kindlein kann treppen hinauf- und hinabsteigen, mit festhalten am geländer und/oder der hand von mama/papa.
6. das kindlein kann - mit ein bisschen hilfe - eine rolle vorwärts machen. ab und zu kann es nur in letzter sekunde davon abgehalten werden, dieses kunststück auf dem parkett vorzuführen.
7. das kindlein klettert auf sessel und couch, hat aber das unfallfreie herunterkommen von den verschiedenen möbeln noch nicht perfektioniert. wir arbeiten daran.
ich bin sicher, die hälfte vergessen zu haben.
diese kleinen babyspeck-ich-liege-da-wie-ein-stück-brot-knubbelwesen werden so verdammt schnell groß...
1. das kindlein isst selbst mit dem löffel, mittlerweile wirklich ganz allein - heute abend erst wieder einen ganzen tiefen teller mit grießbrei (darf ich vorstellen: mein kind, spitzname: fressack: man nehme einen halben liter milch und viiiel grieß...)
2. das kindlein kann sich bücken und wieder aufrichten, ohne abstützen.
3. das kindlein kann, was noch viel besser ist, in die knie gehen, ohne mit dem popo den boden zu berühren, etwas aufheben und sich wieder aufrichten.
4. das kindlein hat eine neue motorische phase eröffnet: es läuft nicht mehr, es rennt (und fällt wieder öfter hin).
5. das kindlein kann treppen hinauf- und hinabsteigen, mit festhalten am geländer und/oder der hand von mama/papa.
6. das kindlein kann - mit ein bisschen hilfe - eine rolle vorwärts machen. ab und zu kann es nur in letzter sekunde davon abgehalten werden, dieses kunststück auf dem parkett vorzuführen.
7. das kindlein klettert auf sessel und couch, hat aber das unfallfreie herunterkommen von den verschiedenen möbeln noch nicht perfektioniert. wir arbeiten daran.
ich bin sicher, die hälfte vergessen zu haben.
diese kleinen babyspeck-ich-liege-da-wie-ein-stück-brot-knubbelwesen werden so verdammt schnell groß...
Donnerstag, 26. Oktober 2006
les choses de la vie
es passieren so dinge im leben...
vor vielen monaten habe ich die verfilmung des romans "der menschliche makel" gesehen, und seitdem treibt mich der gedanke, der wunsch, der wille um, das buch von roth zu lesen. erst neulich bin ich wieder in der buchhandlung drumherum geschlichen, habe überlegt und es dann nicht gekauft, sondern beschlossen, das buch auf meine amazon-wunschliste zu setzen.
und nun, gestern, traf ich einen freund wieder, wir haben uns lange nicht gesehen, eigentlich knapp zwei jahre nicht, und dieser freund legt mir gestern, ohne dass ich ihm je davon erzählt hätte und ohne dass er weiß, dass ich den film gesehen habe, das buch auf den tisch im restaurant, wo wir zusammen mittag aßen, und sagt: schenke ich dir.
ganz abgesehen von dieser episode habe ich gestern einen aufregenden und -reibenden tag in meiner alten "wirkungsstätte" verbracht, wo mich die kollegen sozusagen auf händen trugen, ich schokolade und baumkuchen auf meinem schreibtisch vorfand und mir überhaupt sehr viel aufmerksamkeit und fürsorge zuteil wurde: "möchtest du noch einen kaffee?"
wohl dem, der sich rar macht, kann ich da nur sagen.
es war sehr schön, die kollegen wiederzusehen, und es war auch aus rein beruflicher sicht ein überaus erfolgreicher tag.
aber es war hart, wirklich hart, das bienenkindlein um halb 6 aus tiefstem schlummer zu reißen, es in bitterkalter nacht im funzellicht der straßenlaternen in die krippe zu schieben, selbst um halb 8 in den zug zu steigen, um in den verlag zu fahren.
und es war - mit einem gewissen abstand betrachtet - doch sehr enervierend; man hetzte ein wenig durch die büros, besprach projekte - immer gestört von telefon oder anderen hereinstürzenden kollegen -, hatte nicht wirklich zeit für längere gespräche; und die büroflure muteten an wie taubenschläge.
aber ich bin ja auch verwöhnt.
fazit: ich bin froh, dass ich das nur einmal im monat machen muss.
vor vielen monaten habe ich die verfilmung des romans "der menschliche makel" gesehen, und seitdem treibt mich der gedanke, der wunsch, der wille um, das buch von roth zu lesen. erst neulich bin ich wieder in der buchhandlung drumherum geschlichen, habe überlegt und es dann nicht gekauft, sondern beschlossen, das buch auf meine amazon-wunschliste zu setzen.
und nun, gestern, traf ich einen freund wieder, wir haben uns lange nicht gesehen, eigentlich knapp zwei jahre nicht, und dieser freund legt mir gestern, ohne dass ich ihm je davon erzählt hätte und ohne dass er weiß, dass ich den film gesehen habe, das buch auf den tisch im restaurant, wo wir zusammen mittag aßen, und sagt: schenke ich dir.
ganz abgesehen von dieser episode habe ich gestern einen aufregenden und -reibenden tag in meiner alten "wirkungsstätte" verbracht, wo mich die kollegen sozusagen auf händen trugen, ich schokolade und baumkuchen auf meinem schreibtisch vorfand und mir überhaupt sehr viel aufmerksamkeit und fürsorge zuteil wurde: "möchtest du noch einen kaffee?"
wohl dem, der sich rar macht, kann ich da nur sagen.
es war sehr schön, die kollegen wiederzusehen, und es war auch aus rein beruflicher sicht ein überaus erfolgreicher tag.
aber es war hart, wirklich hart, das bienenkindlein um halb 6 aus tiefstem schlummer zu reißen, es in bitterkalter nacht im funzellicht der straßenlaternen in die krippe zu schieben, selbst um halb 8 in den zug zu steigen, um in den verlag zu fahren.
und es war - mit einem gewissen abstand betrachtet - doch sehr enervierend; man hetzte ein wenig durch die büros, besprach projekte - immer gestört von telefon oder anderen hereinstürzenden kollegen -, hatte nicht wirklich zeit für längere gespräche; und die büroflure muteten an wie taubenschläge.
aber ich bin ja auch verwöhnt.
fazit: ich bin froh, dass ich das nur einmal im monat machen muss.
wachküssen
Die Dornröschen, die glaubten, in einem Land zu leben, das die Geschlechterkämpfe lange hinter sich gelassen hatte, erwachen. Anders als ihre Märchenschwester werden sie jedoch nicht vom edlen Prinzen wach geküsst. Sondern vom Kollegen, der ihnen bei der Betriebsfeier vor versammelter Mannschaft ins Gesicht lallt: "Ich will dich demütigen!" - und vom Chef, der diesen Laller, obwohl er sich am Ende seiner Probezeit befand, eine Woche später anstandslos fest anstellt. Sie werden wach geküsst vom Feuilletonisten, der ihnen nicht mehr die freie Entscheidung für oder gegen Nachwuchs überlassen will, sondern nur noch die Wahl, ob sie ihr Mutterkreuz bei zwei, drei oder mehr Kindern machen. Good bye, Matrix. Willkommen in der Wirklichkeit.
Nun besteht jedoch die Gefahr, dass das feministische Gejammer: "Die Männer geben uns keine Chance", sein Echo findet im postfeministischen Katzenjammer. "Haben wir Frauen die Emanzipation verspielt?" - fragt die Journalistin Heike Faller, Jahrgang 1971, im April 2006 in einem so betitelten Essay. Nein. Noch ist nichts verspielt. Die nach 1960 geborenen Frauen sind jung und qualifiziert genug, Emanzipation auf einem neuen Niveau durchzusetzen. Allerdings wird ihnen dies nur gelingen, wenn sie ein paar lieb gewordene Illusionen aufgeben und ein paar grundlegende Einsichten akzeptieren: Für eine Frau, die den Anspruch hat, aus ihrem Leben "etwas zu machen", gibt es keine Alternative dazu, die Verantwortung für ihr Leben konsequent selbst zu übernehmen.
Das Hoffen auf den netten Ehemann, in dessen Windschatten sich alles fügt, ist so trügerisch wie feige. Schon Aristoteles wusste: "Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave." Nichts ist befriedigender, als eine große Herausforderung gemeistert zu haben - und an einer echten Herausforderung zu scheitern, garantiert immer noch mehr Würde, als das putzige Heimchen zu sein, das sein Haus wieder so schön mit Blumen geschmückt hat. Frauen müssen endlich damit aufhören, anderen Frauen einzureden, sie hätten zu dicke Oberschenkel - anstatt sie zu ermutigen, den Beruf oder den Partner zu wechseln, falls diese sie bei Lichte besehen nur unglücklich machen. Es ist nicht "peinlich", Sexismen als das zu bezeichnen, was sie sind: Sexismen. Sich für die Emanzipation zu engagieren, ist kein stilistischer Fauxpas wie die Karottenhose in den 80ern. Wenn Frauen dies beherzigen und ihre Kinder in diesem Sinne erziehen, ist wahrlich nichts verspielt. Der Feminismus ist tot. Es lebe der F-Klassenkampf!
Raus aus den Kinderzimmern!
Der zuverlässigste, wenn nicht gar einzige Weg zu einem glücklichen Leben liegt darin, einer Tätigkeit, die man für wert- und sinnvoll hält, mit Leidenschaft nachzugehen. Und nur bei Frauen, die sich auf diesem Weg befinden und auf diesem Weg bleiben wollen, bekomme ich keine Gänsehaut, wenn sie mir erzählen, dass sie schwanger sind. Ebenso wenig wie sich das existentielle Loch mit einem immer noch schickeren Fummel verhüllen lässt, lässt es sich mit einem Kind stopfen. Selbstverständlich gibt es einem weiblichen Leben auch Sinn, Mutter zu sein. Frauen aber, die bereits so weit "anemanzipiert" sind, dass sie ein Lebensziel für sich wollen, steuern samt Kind auf eine Katastrophe zu, wenn sie Mutter werden, weil sie kein befriedigendes anderes Lebensziel für sich gefunden oder das bisherige nicht erreicht haben. Dann nämlich wird das arme Kind im günstigsten Fall zum narzisstischen Projekt, das im Mutterbauch Japanisch lernen und mit drei an der Geige brillieren muss.
Im ungünstigsten Fall wird es zum Accessoire der Mutter, die ihr Kind so hip zu tragen weiß wie die neusten Glacélederhandschuhe von Gucci. Wenn sich die Mode im nächsten Winter ändert - Pech gehabt. So wie ein Kind nicht in jedem Fall Sinnstiftung bedeutet, lernt keine Frau automatisch dadurch, dass sie Mutter ist, Verantwortung zu übernehmen. Die Mütter, die ihre Neugeborenen in Tiefkühltruhen entsorgen und ihre Kleinkinder in abgedunkelten Kammern verhungern lassen, widerlegen diese biologistisch-konservative Hoffnung aufs Brutalste. Allem Anschein nach haben die Partygirls der "Generation Golf" eine zu gute Kinderstube, um derlei Grausamkeiten zu begehen. Sie begnügen sich damit, ihre Sprösslinge im Mutterleib mitkiffen oder -koksen zu lassen. Aber echt nur ein bisschen! Versteht sich. Es ist fatal, wenn Frauen, die nicht einmal mit Mitte dreißig den Weg aus dem eignen Kinderzimmer herausgefunden haben, anfangen, vom nächsten rosa Kinderzimmer zu träumen. […]
Die Hoffnung einer Frau, durch Mutterschaft erwachsen zu werden, ist irrig. Die Hoffnung des Mannes, endlich im Leben anzukommen, indem er ein Kind zeugt, ist absurd. Noch keiner hat allein dadurch, dass er seinen Samen in einer Frau abgeladen hat, gelernt, Verantwortung zu übernehmen. […] Und wenn dieser relativ überschaubare biologische Akt des Sperma-Abladens den Herren im Vergleich zum langwierigen und komplizierten Prozess der Schwangerschaft und Geburt zu bescheiden erscheint, als dass sie sich darauf etwas einbilden könnten - dann dürfen sie ihr Selbstbewusstsein liebend gern daraus beziehen, dass sie Zeitungsartikel schreiben oder Rasenmäher erfinden. Aber sie sollen bitte nie wieder erzählen, es sei "unfair", wenn Frauen diese Dinge auch tun, wo sie doch schon die supertolle Gabe des Gebären-Könnens besitzen. Noch einmal zum Mitschreiben: Frauen gebären. Männer zeugen. Alles andere können beide Geschlechter.
aus: Thea Dorn, "Die neue F-Klasse"
Nun besteht jedoch die Gefahr, dass das feministische Gejammer: "Die Männer geben uns keine Chance", sein Echo findet im postfeministischen Katzenjammer. "Haben wir Frauen die Emanzipation verspielt?" - fragt die Journalistin Heike Faller, Jahrgang 1971, im April 2006 in einem so betitelten Essay. Nein. Noch ist nichts verspielt. Die nach 1960 geborenen Frauen sind jung und qualifiziert genug, Emanzipation auf einem neuen Niveau durchzusetzen. Allerdings wird ihnen dies nur gelingen, wenn sie ein paar lieb gewordene Illusionen aufgeben und ein paar grundlegende Einsichten akzeptieren: Für eine Frau, die den Anspruch hat, aus ihrem Leben "etwas zu machen", gibt es keine Alternative dazu, die Verantwortung für ihr Leben konsequent selbst zu übernehmen.
Das Hoffen auf den netten Ehemann, in dessen Windschatten sich alles fügt, ist so trügerisch wie feige. Schon Aristoteles wusste: "Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave." Nichts ist befriedigender, als eine große Herausforderung gemeistert zu haben - und an einer echten Herausforderung zu scheitern, garantiert immer noch mehr Würde, als das putzige Heimchen zu sein, das sein Haus wieder so schön mit Blumen geschmückt hat. Frauen müssen endlich damit aufhören, anderen Frauen einzureden, sie hätten zu dicke Oberschenkel - anstatt sie zu ermutigen, den Beruf oder den Partner zu wechseln, falls diese sie bei Lichte besehen nur unglücklich machen. Es ist nicht "peinlich", Sexismen als das zu bezeichnen, was sie sind: Sexismen. Sich für die Emanzipation zu engagieren, ist kein stilistischer Fauxpas wie die Karottenhose in den 80ern. Wenn Frauen dies beherzigen und ihre Kinder in diesem Sinne erziehen, ist wahrlich nichts verspielt. Der Feminismus ist tot. Es lebe der F-Klassenkampf!
Raus aus den Kinderzimmern!
Der zuverlässigste, wenn nicht gar einzige Weg zu einem glücklichen Leben liegt darin, einer Tätigkeit, die man für wert- und sinnvoll hält, mit Leidenschaft nachzugehen. Und nur bei Frauen, die sich auf diesem Weg befinden und auf diesem Weg bleiben wollen, bekomme ich keine Gänsehaut, wenn sie mir erzählen, dass sie schwanger sind. Ebenso wenig wie sich das existentielle Loch mit einem immer noch schickeren Fummel verhüllen lässt, lässt es sich mit einem Kind stopfen. Selbstverständlich gibt es einem weiblichen Leben auch Sinn, Mutter zu sein. Frauen aber, die bereits so weit "anemanzipiert" sind, dass sie ein Lebensziel für sich wollen, steuern samt Kind auf eine Katastrophe zu, wenn sie Mutter werden, weil sie kein befriedigendes anderes Lebensziel für sich gefunden oder das bisherige nicht erreicht haben. Dann nämlich wird das arme Kind im günstigsten Fall zum narzisstischen Projekt, das im Mutterbauch Japanisch lernen und mit drei an der Geige brillieren muss.
Im ungünstigsten Fall wird es zum Accessoire der Mutter, die ihr Kind so hip zu tragen weiß wie die neusten Glacélederhandschuhe von Gucci. Wenn sich die Mode im nächsten Winter ändert - Pech gehabt. So wie ein Kind nicht in jedem Fall Sinnstiftung bedeutet, lernt keine Frau automatisch dadurch, dass sie Mutter ist, Verantwortung zu übernehmen. Die Mütter, die ihre Neugeborenen in Tiefkühltruhen entsorgen und ihre Kleinkinder in abgedunkelten Kammern verhungern lassen, widerlegen diese biologistisch-konservative Hoffnung aufs Brutalste. Allem Anschein nach haben die Partygirls der "Generation Golf" eine zu gute Kinderstube, um derlei Grausamkeiten zu begehen. Sie begnügen sich damit, ihre Sprösslinge im Mutterleib mitkiffen oder -koksen zu lassen. Aber echt nur ein bisschen! Versteht sich. Es ist fatal, wenn Frauen, die nicht einmal mit Mitte dreißig den Weg aus dem eignen Kinderzimmer herausgefunden haben, anfangen, vom nächsten rosa Kinderzimmer zu träumen. […]
Die Hoffnung einer Frau, durch Mutterschaft erwachsen zu werden, ist irrig. Die Hoffnung des Mannes, endlich im Leben anzukommen, indem er ein Kind zeugt, ist absurd. Noch keiner hat allein dadurch, dass er seinen Samen in einer Frau abgeladen hat, gelernt, Verantwortung zu übernehmen. […] Und wenn dieser relativ überschaubare biologische Akt des Sperma-Abladens den Herren im Vergleich zum langwierigen und komplizierten Prozess der Schwangerschaft und Geburt zu bescheiden erscheint, als dass sie sich darauf etwas einbilden könnten - dann dürfen sie ihr Selbstbewusstsein liebend gern daraus beziehen, dass sie Zeitungsartikel schreiben oder Rasenmäher erfinden. Aber sie sollen bitte nie wieder erzählen, es sei "unfair", wenn Frauen diese Dinge auch tun, wo sie doch schon die supertolle Gabe des Gebären-Könnens besitzen. Noch einmal zum Mitschreiben: Frauen gebären. Männer zeugen. Alles andere können beide Geschlechter.
aus: Thea Dorn, "Die neue F-Klasse"
Dienstag, 24. Oktober 2006
vom suchen und finden
es ist ja eigentlich ganz leicht, ein lächeln zu verschenken. möchte man meinen. ich jedenfalls kann das sehr gut, auch wenn mir tausend dinge durch den kopf gehen oder ich im innern mit kleinen schweinehunden, dämonen und anderen quälgeistern zu kämpfen habe.
aber zeit für ein lächeln ist immer, mindestens für diejenigen, die ich liebe. und zeit, am leben des anderen teilzuhaben, sich für ihn zu interessieren, ihm mit liebe und respekt zu begegnen, mit ihm zu reden, und nicht nur über banale dinge.
sich suchen und finden im gespräch. sich anvertrauen. sich in die augen sehen.
sich lieben.
aber zeit für ein lächeln ist immer, mindestens für diejenigen, die ich liebe. und zeit, am leben des anderen teilzuhaben, sich für ihn zu interessieren, ihm mit liebe und respekt zu begegnen, mit ihm zu reden, und nicht nur über banale dinge.
sich suchen und finden im gespräch. sich anvertrauen. sich in die augen sehen.
sich lieben.
Mittwoch, 18. Oktober 2006
schweig stille
nach magen-darm-grippe der bienenmama, zweiter mittelohrentzündung des bienenkindes und einem rechnerabsturz inklusive kompletten datenverlusts (*bienenkönigin wischt sich mal eben noch eine träne aus dem auge*) bin ich wieder online und damit ein vollwertiges mitglied der gesellschaft.
vom schicksal gebeutelt. wieso eigentlich "gebeutelt"? wieso nicht geschlagen, massakriert, tödlich verwundet, gevierteilt, gerädert, erschossen?
aber ich sollte mal hübsch stille sein.
vom schicksal gebeutelt. wieso eigentlich "gebeutelt"? wieso nicht geschlagen, massakriert, tödlich verwundet, gevierteilt, gerädert, erschossen?
aber ich sollte mal hübsch stille sein.
Samstag, 7. Oktober 2006
der bienenkönigin bleibt die luft weg
das bienenkind legt ein atemberaubendes tempo vor.
ganz im wortwörtlichen und vor allem aber im übertragenen sinn.
in 3 tagen hat es 3 neue dinge gelernt:
1. vorgestern: auf bitte hin die nase schnauben.
2. gestern: beim singen des liedes "brüderlein, komm tanz mit mir" beim refrain "einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer" plötzlich die ärmchen einmal hin und einmal her und einmal rundherum zu bewegen (das hab ich ihm vor wochen mal vorgemacht)...
3. heute: sich allein auf das bobbycar setzen, ein bisschen damit fahren und wieder absteigen.
bin noch ganz perplex.
ganz im wortwörtlichen und vor allem aber im übertragenen sinn.
in 3 tagen hat es 3 neue dinge gelernt:
1. vorgestern: auf bitte hin die nase schnauben.
2. gestern: beim singen des liedes "brüderlein, komm tanz mit mir" beim refrain "einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer" plötzlich die ärmchen einmal hin und einmal her und einmal rundherum zu bewegen (das hab ich ihm vor wochen mal vorgemacht)...
3. heute: sich allein auf das bobbycar setzen, ein bisschen damit fahren und wieder absteigen.
bin noch ganz perplex.
Donnerstag, 5. Oktober 2006
weite felder
danke für all euren lieben und aufmunternden kommentare.
im grunde meines mutterherzens weiß ich auch sehr wohl, dass ich meinem kind mit der krippe nichts wegnehme (mich), sondern etwas dazugebe, quasi eine welt dazuschenke, die er von mir nicht bekommen kann (kinder, spielparadies ohne verbotene türen, schubladen, bücher, zeitschriften, erwachsenenkram halt).
beim abholen des bienenkindes habe ich heute länger mit einer anderen krippenmama gesprochen, die fünf kinder hat, die beiden jüngsten 16 monate und 3 monate alt und nun in der krippe. und es stellte sich heraus, dass sie es sich einfach nicht leisten kann, zuhause zu bleiben, nicht nur wegen des verdienstes (natürlich deswegen auch), sondern vor allem wegen der auszeit, des wegbleibens vom arbeitsplatz, des abgehängt-werdens. wenn sie nicht wieder arbeitet, verliert sie schlicht und ergreifend den anschluss, wird vom chef womöglich als muttertier und damit als nicht ernstzunehmend abgestempelt, von der fortbildung ausgeschlossen, von der nächsten gehaltsstufe sowieso.
und der mann, der der ernährer sein könnte, zumindest für kurze zeit, hat sie, mit ihren vier kindern und schwanger mit dem fünften, verlassen.
womit sich hier wiederum die (an anderer stelle vielleicht ausführlicher zu behandelnde) frage anschließt, inwieweit man das überhaupt will: der mann als ernährer, die daraus resultierende abhängigkeit, die gewissensbisse, weil man das geld des anderen ausgibt.
ein weites feld, fürwahr.
im grunde meines mutterherzens weiß ich auch sehr wohl, dass ich meinem kind mit der krippe nichts wegnehme (mich), sondern etwas dazugebe, quasi eine welt dazuschenke, die er von mir nicht bekommen kann (kinder, spielparadies ohne verbotene türen, schubladen, bücher, zeitschriften, erwachsenenkram halt).
beim abholen des bienenkindes habe ich heute länger mit einer anderen krippenmama gesprochen, die fünf kinder hat, die beiden jüngsten 16 monate und 3 monate alt und nun in der krippe. und es stellte sich heraus, dass sie es sich einfach nicht leisten kann, zuhause zu bleiben, nicht nur wegen des verdienstes (natürlich deswegen auch), sondern vor allem wegen der auszeit, des wegbleibens vom arbeitsplatz, des abgehängt-werdens. wenn sie nicht wieder arbeitet, verliert sie schlicht und ergreifend den anschluss, wird vom chef womöglich als muttertier und damit als nicht ernstzunehmend abgestempelt, von der fortbildung ausgeschlossen, von der nächsten gehaltsstufe sowieso.
und der mann, der der ernährer sein könnte, zumindest für kurze zeit, hat sie, mit ihren vier kindern und schwanger mit dem fünften, verlassen.
womit sich hier wiederum die (an anderer stelle vielleicht ausführlicher zu behandelnde) frage anschließt, inwieweit man das überhaupt will: der mann als ernährer, die daraus resultierende abhängigkeit, die gewissensbisse, weil man das geld des anderen ausgibt.
ein weites feld, fürwahr.
sauer verdient
heute morgen bin ich vom bienenkind mit marmeladentoast beworfen, vom bestellten handwerker versetzt und zweimal von einer skl-lotterie-menschenquäler-tante angerufen worden.
jetzt sitze ich am schreibtisch und habe noch 60 seiten von 250 seiten manuskript über den russischen positivismus zu korrigieren.
gestern habe ich das sauer verdiente geld (s.o.) in tchibo-bodys und zwei holzspielzeuge fürs kindlein investiert.
so was ähnliches wie das hier:

und genau das:

beides wurde mit glänzenden strahleäuglein, lachen, grinsen und für unsere ohren neuen freudelauten begrüßt.
mehr kann man von seinem kind nicht wollen.
außer dass es aufhört, mit marmeladentoast und trinkbechern zu werfen.
aber das ist ja eine andere geschichte.
jetzt sitze ich am schreibtisch und habe noch 60 seiten von 250 seiten manuskript über den russischen positivismus zu korrigieren.
gestern habe ich das sauer verdiente geld (s.o.) in tchibo-bodys und zwei holzspielzeuge fürs kindlein investiert.
so was ähnliches wie das hier:

und genau das:

beides wurde mit glänzenden strahleäuglein, lachen, grinsen und für unsere ohren neuen freudelauten begrüßt.
mehr kann man von seinem kind nicht wollen.
außer dass es aufhört, mit marmeladentoast und trinkbechern zu werfen.
aber das ist ja eine andere geschichte.
Mittwoch, 4. Oktober 2006
der kleine unterschied
der alltag hat mich wieder! kind: krippe; ich: arbeit.
gestern beim wäscheaufhängen im trockenraum eine begegnung der dritten art mit der vermieterin: zuerst zwangloses geplauder und nachfragen ihrerseits: "wie gehts denn dem kleinen?", um gleich, ohne mich zu wort kommen zu lassen, nachzulegen: "wenn die kinder in diesem alter sind, ist ja die karriere noch nicht so wichtig. das arbeiten kann man getrost den männern überlassen. *lacht* ich bin auch immer lange zuhause geblieben, das war doch eine schöne zeit. sie (also ich) haben doch einen beruf, wo es nicht so wichtig ist, wann sie wieder mit dem arbeiten anfangen. wird doch alles sowieso viel zu überbewertet."
ich verwarf die idee, darauf ausführlich zu antworten und ihr meinen standpunkt differenziert deutlich zu machen, sondern beschränkte mich auf ein hingenuscheltes "jaja" und ging.
es ist merkwürdig, aber es ist so:
die meiste ablehnung in bezug auf den krippenbesuch meines kindes erfahre ich immer von frauen, nur von frauen, westfrauen (wenn man das mal so sagen darf), alter egal (alles zwischen 25 und 65) - aber nie von männern.
meine männlichen kollegen finden es allesamt "toll" oder "schön", wie ich mein leben mit kind und arbeit lebe, und finden es "natürlich", das kind für ein paar stunden am tag in der krippe betreuen zu lassen.
das ist eine vor monaten gemachte feststellung, die gestern mal wieder verifiziert wurde.
gestern beim wäscheaufhängen im trockenraum eine begegnung der dritten art mit der vermieterin: zuerst zwangloses geplauder und nachfragen ihrerseits: "wie gehts denn dem kleinen?", um gleich, ohne mich zu wort kommen zu lassen, nachzulegen: "wenn die kinder in diesem alter sind, ist ja die karriere noch nicht so wichtig. das arbeiten kann man getrost den männern überlassen. *lacht* ich bin auch immer lange zuhause geblieben, das war doch eine schöne zeit. sie (also ich) haben doch einen beruf, wo es nicht so wichtig ist, wann sie wieder mit dem arbeiten anfangen. wird doch alles sowieso viel zu überbewertet."
ich verwarf die idee, darauf ausführlich zu antworten und ihr meinen standpunkt differenziert deutlich zu machen, sondern beschränkte mich auf ein hingenuscheltes "jaja" und ging.
es ist merkwürdig, aber es ist so:
die meiste ablehnung in bezug auf den krippenbesuch meines kindes erfahre ich immer von frauen, nur von frauen, westfrauen (wenn man das mal so sagen darf), alter egal (alles zwischen 25 und 65) - aber nie von männern.
meine männlichen kollegen finden es allesamt "toll" oder "schön", wie ich mein leben mit kind und arbeit lebe, und finden es "natürlich", das kind für ein paar stunden am tag in der krippe betreuen zu lassen.
das ist eine vor monaten gemachte feststellung, die gestern mal wieder verifiziert wurde.
gespräch zwischen ehepartner x und ehepartner y
x: findet zwischen uns eigentlich noch so etwas wie kommunikation statt?
y: natürlich findet zwischen uns kommunikation statt. aber müssen wir immer darüber reden?
aus: melinda and melinda (buch und regie: woody allen)
y: natürlich findet zwischen uns kommunikation statt. aber müssen wir immer darüber reden?
aus: melinda and melinda (buch und regie: woody allen)
Abonnieren
Posts (Atom)



